Wikipedia alswiki https://als.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Houptsyte MediaWiki 1.47.0-wmf.18 first-letter Medium Spezial Diskussion Benutzer Benutzer Diskussion Wikipedia Wikipedia Diskussion Datei Datei Diskussion MediaWiki MediaWiki Diskussion Vorlage Vorlage Diskussion Hilfe Hilfe Diskussion Kategorie Kategorie Diskussion Portal Portal Diskussion Buech Buech Diskussion Wort Wort Diskussion Text Text Diskussion Spruch Spruch Diskussion Nochricht Nochricht Diskussion TimedText TimedText talk Modul Modul Diskussion Veranstaltung Veranstaltung Diskussion Macugnagadeutsch 0 21409 1088312 1066896 2026-09-04T13:13:15Z Freigut 8945 au daa korigiert (d Kontaktspraach isch z M. Lombardisch, nöd Piemonteesisch – und früener au nöd Italienisch) 1088312 wikitext text/x-wiki {{DISPLAYTITLE:Magganaatitsch}} S '''Magganaatitsch''' isch dr [[Höchstalemannisch|hegschdalemanisch]] Dialäkt vù [[Macugnaga|Magganaa]]. Es ghèèrd doodrmid zem [[Südwalserdeutsch|Siidwalsertiitsch]]. == Foorschigsgschiichd == Magganaa isch e Ùfnaameord vùm [[Sprachatlas der deutschen Schweiz|Schwyzer Schbroochatlas]] gsii. D Ùfnaam isch vùm [[Friedrich Gysling|Fritz Gysling]] ùn em [[Rudolf Hotzenköcherle]] im April 1953 gmachd woore. Fir s Phonogramm-Archiv vù dr Universität Züri hed dr Wilhelm Doegen vùm Berliner Lutarchiv im Oktober ane 1929 Tonbandùfnaame gmachd. Die Ùfnaame sin vùm [[Friedrich Gysling|Fritz Gysling]], em [[Rudolf Hotzenköcherle]] ùn dr [[Clara Stockmeyer]] voorberaided ùn vù dr èrschte beede ane 1952 verefendligd woore. Dr [[Max Waibel]] hed fir syyni Dokteraarbed Ùndersuechige z Magganaa zue dr Volchsiberliiferig gmachd ùn hed dooderfir Määrli, Saage ùn sùnschdigi Verzelige gsamled, au Lieder ùn Schbrichwèèrder. Är hed dooderzue zwische 1974 ùn 1981 insgsamd 30 Gwèèrslyd befrogd. Syyni Dokteraarbed hed er derno ane 1985 verefendligd. D Fluurnäme vù Magganaa hed dr [[Paul Zinsli]] ùf drèi Forschigsexkursione ùfgnùù, im Juni 1959 mid Schtudände, im Mai ùn Oktober 1980 zäme mid em Max Waibel ùn im Mai 1981 mid em Max Waibel ùn em E.&nbsp;Schorno. Dr Zinsli hed die Samlig derno ane 1984 in syym Buech „Südwalser Namengut“ verefendligd. == Schryybwyys== In däm Artikel sin di makanaatitsche Dialektbyyschbel in [[Dieth-Schreibung|Dieth-Schryybig]] gschriibe. Dooderbyy wird dr Buechschdaab <k> fir d Fortis [k] bruucht, fir d Affrikata [kx] wird <kch> gschriibe. == Soziolinguistischi Situation == Ane 1881 sin di ganze Wyyler vù z Magganaa user Zèr Bùrfùkù ùn Ìn der Mattù no walsertitschschbroochig gsii. Im Lauf vùm 20. Jh. isch dr Aadail al mee zrùggange ùn hid sin s nùme noo weenig Yywoner, wù Magganaatitsch chene schwäze. Jùngi Walsertitschsprecher gid s gar kaini me. Ane 1972 hed d Gmai noch ere Volchszeelig aagee, as 18 % vù dr Yywooner Magganaatitsch chene schwäze ùn nomool 10 % hän s chene verschdoo. Fir 1976 gid d Elisabetta Fazzini Giovannucci gid die Zaale aa: {| {{prettytable}} |- | '''Magganaa''' || '''Zaal''' || '''Aadail''' |- | '''Yywooner''' || 760 || 100 % |- | '''Walsertitschsprecher iber 40 Joor''' || 86 || 11 % |- | '''Walsertitschsprecher 30-40 Joor''' || 8 || 1 % |- | '''Walsertitschsprecher ùnder 30 Joor''' || 0 || 0 % |- |} Dr Max Waibel gid in syyre Aarbed Zaale aa fir di ainzelne Wyyler. Die Aagoobe gälde fir 1979/80. {| {{prettytable}} |- | '''Wyyler''' || '''Yywooner''' || '''Walsertitschsprecher''' || '''Aadail''' |- | '''Zèr Tannù''' || 100 || 22 || 22 % |- | '''Ìn d Schtapfù''' || 316 || 34 || 10,8 % |- | '''Uf Tìeschtù''' || 2 || 2 || 100 % |- | '''Ìn d Ejù''' || 56 || 5 || 8,9 % |- | '''Fùrnùrei''' || 42 || 2 || 4,8 % |- | '''Zèr Bùrfùkù''' || 110 || 5 || 4,5 % |- | '''Insgsamd''' || 626 || 70 || 11,1 % |- |} Dr Max Waibel gid drèi Grind aa fir d Romanisierig vù Magganaa: *Syder em 19. Jh. sin vyyl idalieenischschbroochige Bäärglyd zuezooge, wù in dr Goldbäärgwäärch gschafd hän. *Wel vyyl Mane vù Magganaa in s Uusland gange sin, hän d Fraue elai miese buure. V. a. in dr èèrschde Hälfdi vùm 20. Jh. sin derno vyyl Maidli us andere Dèèrfer im Vischpertal ùf Magganaa chùù fir zem Chinder hiede. Die hän mid dr Chinder nùme Idalieenisch gschwäzd. *Ane 1932 isch dr èèrschd Chindergaarde z Magganaa ùfgmachd woore ùn doo isch nùme Idalieenisch gschwäzd woore. D [[Maria Concetta Di Paolo]] hed ane 1999 e Schtudie verefendligd, wù si d Dialäktkompetänz vù dr Siidwalser Gmaine din ùndersuechd hed. D Daate fir Magganaa sin ùfgnùù woore vù dr Rosangela Pirazzi. {| {{prettytable}} |- | '''Joor''' || '''Yywooner''' || '''Dialäkt aktiv''' || '''Dialäkt passiv''' |- | '''1974''' || 760 || 94 (12,4 %) || - |- | '''1993''' || 623 || 94 (15,1 %) || 30 (4,8 %) |- | '''1996''' || 630 || 86 (13,7 %) || 30 (4,8 %) |- |} Vù dääne 86 aktive Dialäktschprächer ane 1996 sin 65 iiber iiber 65 gsii, 12 zwische 51 ùn 65, 9 zwische 36 ùn 50 ùn kaini ùnder 36. Vù dääne 30 passive Dialäktschprächer ane 1993 sin 7 iiber 65 gsii, 12 zwische 51 ùn 65, 7 zwische 36 ùn 50, 4 zwische 26 ùn 35 ùn kaini ùnder 26. D Chilcheschbrooch z Magganaa isch scho syder em 19. Jh. Idalieenisch. Ane 1839 isch no ne zwaischbroochige Katechsimus uusechùù fir d Chilcheprovinz Novara. Aber z Magganaa isch in däm Joor d Breedig scho nimi ùf Dydsch ghalde woore. D Chinderlèèr isch no lenger ùf Dydsch gsii, byychde hed mer z Magganaa no bis am Änd vùm 19. Jh. ùf Dydsch chene. Scho ane 1839 hed s z Magganaa nääbe dr dydschschbroochige Schuel au ne idalieenischschbroochigi gee. D Eldere hän chene frèi weele, in weli Schuel si iiri Chinder gschigd hän. Ane 1880 isch di dydsch Schuel zuegmachd woore. == Bsùnderhaide us dr Lutig== *'''Voli Vokal''' :Im Magganaatitsch sin wie in andere Walserdialäkt di vole Vokal in ùùbetoonde Silbe nid abgschwèchd woore. :''Mattù'' (dt. Wiese), ''Naagla'' (dt. Nägel), ''Schlùssil'' (dt. Schlüssel) *'''Entrùndig''' :Wie im Wallisertitsch sin ü, ö, üü, öö, üe ùn öü entrùnded: :''Lècher'' (dt. Löcher), ''bìesch'' (dt. böse), ''Sìnd'' (dt. Sünde), ''Miisch'' (dt. Mäuse), ''Heuw'' (dt. Heu), ''riime/rieme'' (dt. rühmen) *'''Palatalisierig''' :Wie im Wallisertitsch isch mhd. û palatalisierd :''Hüüt'' (dt. Haut), ''Chrüt'' (dt. Kraut) *'''2.,3. Sg. vù mhd. stân, gân''' :Wie im Wallisertitsch erschyyne di 2./3. Sg. vù mhd. stân, gân mid Diphthong :''du geischt'' (dt. du gehst), ''är geit'' (dt. er geht), ''du schteischt'' (dt. du stehst), ''är schteit'' (dt. er steht), *'''mhd. î, iu, û''' :Mhd. î, iu ùn û sin wie in alene hegschdalemanische Dialäkt au im Uuslud ùn im Hiatus as Monophthong erhalde. :''drii'' (dt. drei), ''frii'' (dt. frei), ''khiie'' (dt. fallen, werfen), ''schriie'' (dt. schreien), ''niiw'' (dt. neu), ''büwe'' (dt. bauen) *'''mhd. æ, ê, ô''' :Mhd. æ ùn ê erschyyne as ìe, mhd. ô as ùo. :''schwìer'' (dt. schwer), ''Chìesch'' (dt. Käse), ''Schnìe'' (dt. Schnee), ''Brùot'' (dt. Brot) :D Lutig schwìer, Chìesch zaigd, as s Magganaatitsch zue dr weschdlige Siidwalser Dialäkt ghèèrd. *'''mhd. ie, üe, uo''' :Die Lut sin zu gschlosene ii und öö monophthongiert woore. :''Diib'' (dt. Dieb), ''fiire'' (dt. führen), ''gööt'' (dt. gut) *'''ahd. iu''' :Wie im Wallisertitsch erschyynd ahd. iu vor Labial oder Guttural as Diphthong. :''teif'' (dt. tief), ''Fleigù'' (dt. Fliege) *'''Vokaldeenig''' :Wie in dr andere weschdlige Siidwalserdialäkt sin Vokal in Aisilber ùn ùfige Silbe deend. :''Graab''/''Greeber'' (dt. Grab/Gräber), ''Graabe'' (dt. Graben) :eschdli: ''Grabe'', ''Grab'', ''Greber'' *'''german. s > sch''' :Wie in andere Walserdialäkt isch s germanisch s in vyyle Wèèrder palatalisierd zue sch : ''schi'' (dt. sie), ''iisch'' (dt. uns), ''schiis'' (dt. sein), ''schi'' (dt. sich), ''dischi'' (dt. diese), ''säkschi'' (dt. sechs), ''Chìesch'' (dt. Käse), ''Èèschil'' (dt. Esel), ''Fiksch'' (dt. Füchse), ''Glèèscher'' (dt. Gläser), ''Iisch'' (dt. Eis), ''Miisch'' (dt. Mäuse), ''Akschlù''/''Akslù'' (dt. Achsel), ''Bikschù'' (dt. Büchse), ''Gèmschù'' (dt. Gemse), ''linksch'' (dt. links) *'''mhd. -nk''' :Mhd. –nk erschyynd wie in andere Walserdialäkt as -ch/-ngch. :''tringche''/''triiche'' (dt. trinken), ''Bangch''/''Baach''/''Bouch'' (Bank), ''Aache''/''Ouche'' (dt. Butter) *'''mhd. -rn''' :Wie in andre hegschdalemanische Dialäkt erschyynd mhd. -rn as -re. : ''giääre'' (dt. gern), ''Huore'' (dt. Horn), ''muore'' (dt. morgen), ''fiääre'' (dt. letztes Jahr), ''Gaare'' (dt. Garn) *'''mhd. -rm''' :Wie in andre Walserdialäkt erschyynd mhd. -rm as -re. :''Daare'' (dt. Darm), ''waare'' (dt. warm) *'''mhd. -hs''' :Wie im Wallisertitsch erschyynd mhd. -hs as -ks, nid wie in vyyle Schwyzer Dialäkt as -chs: :''Fuks''/''Fuksch'' (dt. Fuchs), ''säkschi'' (dt. sechs), ''Akslù''/''Akschlù'' (dt. Achsel), ''wakse'' (dt. wachsen) *'''mhd. ng''' :Mhd. -ng, z. B. in ''Hunger'' erschyynd as ngg [ŋg]. :''Hungger'' (dt. Hunger), ''bringge'' (dt. bringen) *'''ch > h, h > ch''' :Zwische ch ùn h wird nid imer dydli ùnderschiide. :''Chälder'' / ''Hälder'' (dt. Keller) :''Holz'' / ''Cholz'' (dt. Holz) *'''Vorsilbe be-/ge-''' :E Bsunderhaid vùm Magganaatitsch isch, as Vorsilbe wie im Dialäkt vù [[Rima San Giuseppe|Rimmu]] oder [[Alagna Valsesia|Im Land]] be- oder ge- vor Dental nid ganz gschwunde sin, sùndere no as Verschluslud bliibe sin. Noch em Material vùm Schwyzer Schbroochatlas said mer z Magganaa also wiirgli '''gtraagùd''' (dt. getragen). Die gnau phonetisch Realisierig vù däm Konsonantecluster wird allerdings us em SDS-Material nid chlaar. == Bsùnderhaide us dr Morphologyy== === Substantivdeklination === Pluralbildung: ''Vogla'' (Vogal), ''Achera'' (Acher), ''Faadma'' (Faade), ''Tùùrne'' (Tùùre), ''Daarma'' (Daare), ''Schtiärne'' (Schtiärnù), ''Waasma'' (Waase), ''Gloke'' (Glokù), ''Bööchjini'' (Bööch), ''Brùodjini'' (Brùod), ''Gìbäädjini'' (dt. Gìbääd) Dr Genitiv chùnd no in Fäll voor wie :''Dèr Bäärù hen s taa gchaa.'' (dt. Dort hatten sie Bären.) :''dèr Brüüch alter Jaarù'' (dt. der Brauch früherer Zeiten) :''tè Jänd dèr Wìält'' (dt. das Ende der Welt) :''alli Chritzù Liide'' (dt. alle Leiden des Kreuzes) :''Ùn tè hed er appù sèli mössù böössù wäge däschi.'' (dt. Und dann musste er deswegen sehr büssen.) :''es Tagsch'' (dt. eines Tages) :''es Morgentsch'' (dt. eines Morgens) :''es Sùnnùtagsch'' (dt. eines Sonntags) :''ùnderdäschi'' (dt. unterdessen) :''Götsch'' (dt. Gutes) === Adjektivdeklination === Wie in vyyle hooch- ùn hegschdalemanische Dialäkt wääre Adjektiv au prädikativ deklinierd. :''Är isch laame.'' (dt. Er ist lahm.) :''Dü bìsch nò ganz jungge, das magsch no gsìe.'' (dt. Du bist noch ganz hung, das kannst Du noch sehen.) :''Schi isch wuol globigi gsi.'' (dt. Sie war durchaus gläubig.) :''Hìe isch alls nò gsii pleits.'' (dt. Hier war noch alles bewachsen.) :''Dischi Wiiber sin aalti.'' (dt. Diese Frauen sind alt.) :''Hipschi sindsch gsii, di Bööchjini.'' (dt. Schön waren sie, die Bücher.) === Pronomina === Bim Personalpronome gid s im Magganaatitsch wie au in andere Siidwalser Dialäkt verlengeredi Pluralfoorme. Die sin bilded us em Personalpronome ùn „andere“: ''wir andrù'', ''iir andrù'', ''schi andrù'' {| {{prettytable}} |- | || '''ich''' || '''du''' || '''er''' || '''sie''' || '''es''' || '''wir''' || '''ihr''' || '''sie''' |- | Nom.|| ich || düü || är || schi || äs || wir || ir || schi |- | Gen.|| miin || diin || schin || ira || schin || ììsche/ìnsche || ewwe || ira |- | Dat.|| mìr || dìr || ìmm || ira || ìmm || ììsch/ìnsch || euw || ìne |- | Akk.|| mÌch || dìch || ìnn || schi || äs || ììsch/ìnsch || euw || schi |- |} Bi Pronomina wääre no Genitivfoorme bruuchd :''Wir hen trù ou zwìe.'' (dt. Wir haben auch zwei von ihnen.) :''Ìsch gsii far schiirù en Nèffe.'' (dt. Es war für einen seiner Neffen.) :''Da sìn gsii därù, wa hed gseid ...'' (dt. Da waren welche derjenigen, die gesagt haben ...) :''Di Geiss hed zwei Hùore ùn ter Pfaarer hed rù drii.'' (dt. Die Zige hat zwei Hörner und der Pfarrer hat ihrer drei.) :''Ùnd sumi heige dè dri pchènt ìrù Litt.'' (dt. Und einige hätten drei ihrer Leute erkannt.) === Verbkonjugation === ==== Vollverbe ==== *''traage'' (dt. tragen) :Part. Perf. ''gitreit''/''gitraagùd''/''gtraagùd'' :''ich traagi'', ''dü traagescht'', ''är treit'', ''wir traagen'', ''ir traaget'', ''schi traagen'' Bi dr Bildig vùm Partizip Perfekt isch dr Vokal in dr Vorsilb zem Dail no vorhande: ''gìbrùngge'' (brìngge), ''gìbüwe'' (büwe), ''gitraagùd'', ''gìzelld'' (zelle), ''gìzwenggt'' (zwengge) Bildig vùm Partizip Perfekt bi schdaarche Verbe: ''plìbe'' (bliibe), ''gschtrìttù'' (schtrittù), ''gschrìbe'' (schriibe), ''brùnne'' (brìnne), ''gfùnde'' (fìnde), ''gschtoole'' (schtääle), ''gschlaaffe'' (schlaaffe) Bildig vùm Partizip Perfekt bi schwache Verbe: ''gìzwenggt'' (zwengge) Dr Ùnderschiid bi dr Bildig vùm Partizip Perfekt bi schdaarche (Bildig ooni t-Suffix) ùn schwache Verbe (Bildig mid t-Suffix) verschwinded al mee. Zem Dail wääre schdaarchi Verbe mid Suffix, zem Dail schwachi Verbe ooni Suffix bilded, zem Dail baidi Forme naääbenenand. :''gìbrùngge''/''gìbrùngged''/''gìbracht'' (brìngge), ''kange''/''kanget'' (gaa), ''gheisse''/''gheisst'' (heisse), ''ghouwe''/''ghouwet'' (houwe), ''klööge''/''klöögt'' (lööge), ''gmachù''/''gmachùd''/''gmacht'' (machù), ''gschtùorbe''/''gschtùorbet'' (schtäärbe), ''gìtrùnche''/''gìtrùnchet'' (trììche) :''gìgrìfft'' (griffe), ''glääsd'' (lääse), ''kloufft'' (louffe) :''gìbättù'' (bättù), ''gìbössù'' (bössù), ''gìbüwe'' (büwe), ''gflööche'' (flööche), ''gfraage'' (fraage), ''ghüüsù'' (hüüsù), ''glache'' (lache), ''krächù'' (rächù), ''gsägne'' (sägne), ''gschtraaffe'' (schtraaffe), ''gwìärchù'' (wìärchù) Im Magganaatitsch sin bi dr Verbkonjugation d Foorme zem Dail verschmùlze mid enklitische Pronome: ''wir heiwer'' (< wir hei wer). :''heider iir Angscht?'' (dt. Habt ihr Angst?) :''T räächt Chilchù heiwer wiir gchaa zèr altù Chilchù.'' (dt. Die richtige Kirche hatten wir zèr altù Chilchù.) :''Das chùmmer mir wùol no z Sint.'' (dt. Das fällt mir wohl noch ein.) :''Di „Zeiche“, wi tiwer wir sääge.'' (dt. Die „Zeichen“, wie wir sagen.) :''Wir andrù heiwer dè nid kchaa ds Glettiise èlèktrik'' (dt. Wir hatten damals kein elektrisches Bügeleisen.) ==== Hilfsverbe ==== *''sii'' (dt. sein) :Präs. Ind.: ''ich bìn'', ''dü bìsch'', ''är ìscht'', ''wir sin'', ''ir sit'', ''schi sind'' :Part Perf.: ''gsii'' :Konj. Präs.: ''ich sigi'', Konj. Prät.: ''ich wìeri'' *''haa'' (dt. haben) :Präs. Ind.: ''ich han'', ''dü hesch'', ''är hed'', ''wir hei/hen'', ''ir heit'', ''schi henn/hend'' :Part Perf.: ''kchaa'' :Konj. Präs.: ''ich heigi'', Konj. Prät.: ''ich hätti'' *''tö'' (dt. tun) :Präs. Ind.: ''ich tö'', ''dü tösch'', ''är töd'', ''wir tin'', ''ir tid'', ''schi tint'' :Part Perf.: ''taa'' :Konj. Präs.: ''ich tigi'', Konj. Prät.: ''ich täti'' ==== Modalverbe ==== *''gchännù'' (dt. können) :Präs. Ind.: ''ich gchän'', ''dü gchäischt'', ''är gchän'', ''wir gchäne'', ''ir gchäne'', ''schi gchäne'' :Part Perf.: ''gchännù'' *''wisse'' (dt. wissen) :Präs. Ind.: ''ich weiss'', ''dü weisch'', ''är weis'', ''wir wisse/weise'', ''ir wisset/weiset'', ''schi wissen/weisen'' :Part Perf.: ''gwisst/gwisse'' *''miise'' (dt. müssen) :Präs. Ind.: ''ich müss'', ''dü müscht'', ''är müss'', ''wir miisen'', ''ir miiset'', ''schi miisen'' :Part Perf.: ''gmüüsùd'' *''mègù'' (dt. können) :Präs. Ind.: ''ich mag/maan'', ''dü magsch/maasch'', ''är mad/maad'', ''wir meind/meewer'', ''ir meid/maader'', ''schi mein'' :Part Perf.: ''gmèègùd'' *''mössù'' (dt. müssen) :Präs. Ind.: ''ich möss'', ''dü möscht'', ''är mös'', ''wir miisen'', ''ir miised'', ''schi miisen'' :Part Perf.: ''gmöösùd'' :Konj. Präs.: ''ich miissä'', Konj. Prät.: ''ich miissti'' *''tärffù'' (dt. dürfen) :Präs. Ind.: ''ich taarf'', ''dü tärfescht'', ''är tärft'', ''wir tärfe'', ''ir tärfed'', ''schi tärfen'' :Part Perf.: ''tärffù'' :Konj. Prät.: ''ich tärfti'' ==== Chùùrzverbe ==== *''gaa'' (dt. gehen) :Part Perf.: ''kangù'' :Präs. Ind.: ''ich gaan'', ''dü geischt'', ''är geit'', ''wir geen'', ''ir gangeder'', ''schi geen'' *''giä'' (dt. geben) :Präs. Ind.: ''ich gibi'', ''dü gibescht'', ''är gid'', ''wier gä/giben'', ''ir gäd/gäbeder'', ''schi gän/gänd'' :Part Perf.: ''kiä'' :Konj. Präs.: ''ich gäbä'', Konj. Prät.: ''ich gääbi'' ==== Passiv ==== Wie in andere Siidwalser Dialät wird s Passiv mid "chùo" bilded. :''Ìsch z chleis gchùo''. (dt. Es ist zu klein geworden.) :''Jetzt ìscht er gchùo gschtraaffe.'' (dt. Jetzt ist er bestraft worden.) ==== Partizip Präsens ==== Zem Dail gid s no Forme vùm Partizip Präsens. :''en trùolende Schtei'' (dt. ein rollender Stein) == Woordbildig== Bim Diminutiv gid s wie in vyyle Walliser ùn Walser Dialäkt verschiideni Suffix: *'''-ji''': ''Hundji'', ''Räädji'' *'''-elti''': ''Epfelti'', ''Vogelti'' *'''-i''': ''Tììri'' *'''-li''': ''Òòfili'', ''Kääwili'' == Relativsatz == Dr Relativsätz wird mid "wo" yyglaided. :''Schi säägen, t altù Litt hen tè gseid, dass di jerschtù Wùoner, wa sind gchùo va Saas anna, sìnd ga machù d Hiischer embru im Wald da deer.'' (dt. Sie sagen, die alten Leute erzählten, dass die ersten Bewohner, die von Saas drüben gekommen sind, ihre Häuser dort oben im Wald gebaut haben.) == Woordschaz== ;Wùchedääg ''Mìenta/Mìentag'', ''Ziischta/Ziischtag'', ''Mitwuchù'', ''Fruonta/Frùontag'', ''Friitag'', ''Samstag/Samschtag'', ''Sunnutag'' ;Wèèrder, wù in in andere Bied sùnschd maischd uusgschdoorbe sin *''ts Antli'' (dt. Gesicht) *''Brööch'' (dt. Hose) < mhd. bruoch *''Gouch'' (dt. Narr) *''jied'' (dt. sagt) < ahd. jehan *''lik'' (dt. klein) *''siich'' (dt. krank) < mhd. siech *''sumi'' (dt. einige) *''wirser'' (dt. schlechter) ;Wèèrder, wù sich e aldi Bedydig ghalde hed *''toub'' (dt. zornig) *''Hòòse'' (dt. Strumpf) *''weich'' (dt. schwach, kraftlos) *''zellä'' (dt. sprechen) *''Jùnggfrouw'' (dt. Dienstmädchen) ;Sùnschdigi bsùnderi Wèèrder *''Girgitsch'' (dt. Vogelbeere) *''Griifle'' (dt. Preiselbeere) *''Pfifoltere'' (dt. Schmetterling) *''Schtraafel'' (dt. Heuschrecke) *''Üsstag'' (dt. Frühling) *''Hòpschel'' (dt. Frosch) *''Fiirhüüs'' (dt. Küche) *''hoorù'' (dt. schreien, zanken) == Yyflis us em Romanisch == Nadyyrli gid s im Magganaatitsch vyyl Främd- ùn Läänwèèrder us em [[Lombardische Sprache|Lombardisch]]. ;Woordschaz * ''Iert'' (dt. Hausgarten) < lomb. òrt, ört, èrt * ''Kääwili'' (dt. Korb) < lomb. cavágn * ''Kadrìegù'' (dt. Sitzmöbel mit Rückenlehne) < lomb. cadréga * ''ma'' (dt. aber) < lomb. (ital.) ma * ''proppri'' (dt. wirklich) < lomb. pròpi (ital. propri) * ''pèrkè'' (dt. denn, darum) < lomb. perchè (ital. perché) * ''Tèlèwisiùng'' (dt. Fernseher) < ital. televisione * ''Ùmbrèllù'' (dt. Regenschirm) < lomb. ombrèla, umbrèlla (ital. ombrello) * ''ghìere'' schdood nääbem ‘hèère’ au fir ‘schmege’ (dt. schmecken, riechen), ‘gschbiere’ (dt. fühlen), die Bedydige sin edleend us em lomb. sentí (ital. sentire). * ''Holzmeischter'' (dt. Schreiner) < lomb. mastro da bosch ;Woordschdelig * ''dr Schtiir isch gsii siiche'' (dt. der Stier war krank) * ''Sakchji eifachs'' (dt. einfacher Rucksack) == Schbroochbyyschbel: Määrli vùm Zwäärg== ''Eswènd ìm Kratz ìsch ta gùordet es Chìnd. Ùn tö Vatter ùnd Mööter hend nid gwìssed, wèlem sòlis nò gìen far Gòttù, far ga z tòùffe. Ùn tö hentsch èmel bìdenandre Raat kchaa. Ùn tö hentsch gseid: Tö wììr ga sööchje ds Götwìärchi. Ùn ds Götwìärchi ìsch gchùo chùo machù der Gottù. Wi sìntsch gsii derhìnder embrinne z chùo vam Biil embrinne, da ìschs esùo ìm Schtùtz, ds Götwìärchi plììbe hìndere ùn tö hets geng eswaas üssekschlage van ènem Sakchji. Ùn tö hentsch kchaa ts Wùnder z lööge Ùn tö hentsch gsìe, hets geng üssegschlaage Schtìkch Chòòle. Ùn tö hentschi schi Wùnder gnùo ùnd nid verschtande. Ùn wels ìsch ta hìndernaa gchùo hed geng üffglääse dìsch Chòòle. Ùnd hetsch welle chùo tops, das hets üffglääse. Dö sìntsch èmel ga tòùffe. Ùn ternaa, wèn sìntsch emhìnderschi gchùo, hentsch gmacht der gliich Wääg. Ùn tö hed ds Götwìärchi geng klögt, wa sige t Chòòle. Ùn t Chòòle hetsch fascht nìmme gfùnde. Ùn tèè hetsch gseid ta dè, wèli sìn ta gsii inglaadni, schi sòli schi üüflääse, wèn tigesch fìnde t Chòòle. Ùnd wèli hend tè nò gfùnde es paar Chòòle, hend gfùnde e Tòke Goold ùn tas ìsch tè gsiin der Schanch, wa hed tè ds Götwìärchi sòllù machù dem Gòtti. Ma dernaa hed schi d Mööter welle wägschlaa. Ùn geng gseid: Wa heid er di Chòòlù allù wäggschlaged?'' (zidierd bi Waibel 1985, S.155f.) == Literatur == * [[Karl Bohnenberger]]: ''Die Mundart der Deutschen Walliser im Heimattal und in den Aussenorten.'' Verlag Huber, Frauenfeld 1913 ([[Beiträge zur Schweizerdeutschen Grammatik]] 6). * [[Elisabetta Fazzini Giovannucci]]: ''Die alemannischen Dialekte im westlichen Norditalien. Ein Forschungsbericht.'' Franz Steiner Verlag, Wiesbaden 1978 (ZDL Beihefte 28). * Elisabetta Fazzini, Costanza Cigni: ''Vocabolario comparativo dei dialetti Walser in Italia''. Bd. 1–6. Edizioni dell’Orso, Alessandria 2004–2022 (Alemannica 1, 5–7, 9, 10). * Nicoletta Francovich Onesti: ''Fonetica e fonologia del dialetto alemanno di Macugnaga: le vocali'' In: ''Le isole linguistiche di origine germanica nell’Italia settentrionale. Atti del Convegno Asiago-Roana-Luserna, 19–21 giugno 1981.'' Roana 1984, S.&nbsp;167–177. * [[Fritz Gysling]] und [[Rudolf Hotzenköcherle]]: ''Walser Dialekte in Oberitalien in Text und Ton. Begleittexte zu den Sprachplatten des Phonogramm-Archivs der Universität Zürich.'' Frauenfeld 1952. * C. Giordano: ''Peculiarità sintattiche nel dialetto vallesano di Macugnaga.'' In: ''Studi Alemannici II.'' Hrsg. von E.&nbsp;Fazzini. Alessandria 2003, S.&nbsp;223–275. * Rudolf Hotzenköcherle (1956): ''Umlautphänomene am Südrand der Germania''. In: ''Fragen und Forschungen im Bereich und Umkreis der germanischen Philologie. Festgabe für Theodor Frings zum 70. Geburtstag.'' Berlin (Deutsche Akademie der Wissenschaften zu Berlin, Veröffentlichungen des Instituts für deutsche Sprache und Literatur), S. 221–250. * Rudolf Hotzenköcherle: ''Die südwalserisch-ernetbirgischen Mundarten im Spiegel ihrer Verbalformen.'' In: Maria Bindschedel, Rudolf Hotzenköcherle & Werner Kohlschmidt (Hrsg.): ''Festschrift für Paul Zinsli.'' [[A. Francke Verlag|Francke]], Bern 1971, S. 79–98. * [[Hans Kreis]]: ''Die Walser. Ein Stück Besiedlungsgeschichte der Zentralalpen.'' Francke Verlag, Bern 1958. * ''[[Sprachatlas der deutschen Schweiz]] (SDS).'' Begr. von Heinrich Baumgartner und Rudolf Hotzenköcherle. In Zusammenarbeit mit Konrad Lobeck, Robert Schläpfer, Rudolf Trüb und unter Mitwirkung von Paul Zinsli herausgegeben von Rudolf Hotzenköcherle. 8 Bde, Einführungsband, Abschlussband. [[A. Francke Verlag|Francke]], Bern bzw. Basel 1962–2003. – D Originaalùfnaame vùm Schbroochatlas cha mer syd 2018 online aaluege: [https://digital.sprachatlas.ch/scans/?ortlist=IT+4&fblist=#page/1/mode/thumb sprachatlas.ch – Macugnaga]. * [[Max Waibel]]: ''Mundartleben in der Walserkolonie Macugnaga, Provinz Novara, Italien.'' Berner Lizentiatsarbeit (Maschinenschrift) von 1977 (in der Bibliothek des Schweizerischen Idiotikons). * Max Waibel: ''Die volkstümliche Überlieferung in der Walserkolonie Macugnaga (Provinz Novara).'' SGV, Basel 1985 (SSGV 70). * [[Paul Zinsli]]: ''Walser Volkstum in der Schweiz, in Vorarlberg, Liechtenstein und Italien.'' Verlag Huber, Frauenfeld 1968. * Paul Zinsli: ''Südwalser Namengut. Die deutschen Orts- und Flurnamen der ennetbirgischen Walsersiedlungen in Bosco-Gurin und im Piemont.'' Verlag Stämpfli & Cie AG, Bern 1984. ==Weblink== * [https://wolfgang-naeser-marburg.lima-city.de/htm/probe26.htm Mundartprobe 26. Höchstalemannisch] ùf dr Websyde vùm Wolfgang Näser, Universität Marburg, Dialäktproobe vù [[Bosco/Gurin|Guriin]] un [[Macugnaga|Magganaa]] (Text) *Tooùfnaame vu dr ''[https://wolfgang-naeser-marburg.lima-city.de/htm/Ex1973.htm "Exkursion Schweiz/Oberitalien (Schmitt/Pfister 17.-26.9.1973, Tondokumentation W. Näser)"]'': **[https://wolfgang-naeser-marburg.lima-city.de/htm/Ex1973-07-Der_heilige_Geist_von_Macugnaga.mp3 Der heilige Geist von Monte Moro] **[https://wolfgang-naeser-marburg.lima-city.de/htm/Ex1973-08-Tremaltini_Holz.mp3 Tremaltini Holz] **[https://wolfgang-naeser-marburg.lima-city.de/htm/Ex1973-09-Der_Jahrstier.mp3 Der Jahrstier] **[https://wolfgang-naeser-marburg.lima-city.de/htm/Ex1973-10-Die_Gotwierje.mp3 Die Gotwierje] **[https://wolfgang-naeser-marburg.lima-city.de/htm/Ex1973-11-S_Tuotuzeiche.mp3 'S Tuotuzäiche] {{Navigationsleiste Walser}} [[Kategorie:Alemannischer Dialäkt]] [[Kategorie:Walsertiitsch]] ms7x4xn0fopl6gfot286gzudjsmhxhk Gurinerdeutsch 0 21520 1088311 1088310 2026-09-04T12:38:47Z Freigut 8945 /* Yyflis us em Romanisch */ 1088311 wikitext text/x-wiki {{DISPLAYTITLE:Gurijnärtitsch}} [[Datei:Russ Bosco Gurin.jpg|mini|rechts|350px|Charles V. J. Russ „Die Mundart von Bosco Gurin“]] S '''Gurijnärtitsch''' isch dr [[Höchstalemannisch|hegschdalemanisch]] Dialäkt vù [[Bosco/Gurin|Gurin]]. Es ghèèrd doodrmid zem [[Südwalserdeutsch|Siidwalsertiitsch]]. == Foorschigsgschiichd == Gurin isch e Ùfnaameord vùm [[Sprachatlas der deutschen Schweiz|Schwyzer Schbroochatlas]] gsii. D Ùfnaam isch vùm [[Rudolf Hotzenköcherle]] im Mèèrz 1954 gmachd woore. Zue dr glyyche Zyd hed dr [[William G. Moulton|William Moulton]] Toonùfnaame z Gurin gmachd, wù derno ane 1971 vùm Rudolf Hotzenköcherle ùn em Rudolf Brunner verefendligd woore sin. Dr [[Aristide Baragiola]], en idalienische Lèèrer ùn Universideedsdozänt, hed ane 1891 e kumedierti Samlig vù Guriner Volgslieder uusegee. E chùùrz Kapitel zùm Gurijnärtitsch hèd s au im [[Emil Balmer]] sym Buech iiber d Siidwalser. D [[Emily Gerstner-Hirzel]] hed ab 1969 Saage, Määrli, Schwängg, Lieder, [[Guriner Pflanzennamen|Bflanzenäme]] ùn anderi volchschùndligi Foorme gsamled, wù si in e baar Biecher verefendligd hed. Poschdùm isch 2014 no ne Dail vù irem Wèèrderbuech uusegee woore. Dr Ängländer [[Charles V. J. Russ]] hed zwische 1978 ùn 1988 z Gurin Befroogige ùn Toonùfnaame gmachd. Ane 2002 hed er syyni Ùndersuechige as Buech veerefendligd, dervoor scho ne baar Artikel in Zydschrifde. D Fluurnäme vù Gurin hed dr [[Niklaus Bigler]] im Juli 1977 gsamled, mid ere Noochùfnaam im Oktober 1981. Dr [[Paul Zinsli]] hed die Samlig derno ane 1984 in syym Buech „Südwalser Namengut“ verefendligd. D Julia Haldemann hed in dr Nullerjoor vùm neie Joordöuserd an dr Uniwersideed Wien zwoo Aarbede iiber s Gurijnertitsch gschriibe. Nid publizierd sin Ùndersuechige vùm [[Johann Jakob Dickenmann]] (ca. 1913) ùn vùm [[Hans Maria Sartori]] (ca. 1926–1934), wù aber boodi bim [[Schweizerisches Idiotikon|Schwyzerische Idiotikon]] archivierd sin ùn dèrd aagluegd chene wääre. == Schryybwyys== In däm Artikel sin di gurijnärtitsche Dialektbyyschbel in [[Dieth-Schreibung|Dieth-Schryybig]] gschriibe. Dooderbyy wird dr Buechschdaab <k> fir d Fortis [k] bruucht, fir d Affrikata [kx] wird <kch> gschriibe. == Bsùnderhaide us dr Ludig== *'''Voli Vokal''' :Im Gurijnärtitsch sin wie in andere Walserdialäkt di vole Vokal in ùùbetoonde Silbe nid abgschwèchd woore. :''littä'' (dt. läuten), ''badu'' (dt. baden), ''Bètti'' (dt. Betten) *'''Entrùndig''' :Wie im Wallisertitsch sin ü, ö, üü, öö, üe ùn öü entrùnded. :''Chebil'' (dt. Kübel), ''Biilu'' (dt. Beule), ''dèrrä'' (dt. dörren), ''Eechi'' (dt. Onkel), ''Leiffär'' (dt. Läufer), ''friä'' (dt. früh) *'''Palatalisierig''' :Wie im Wallisertitsch sin mhd. û, uo, ou palatalisierd. :''Hüiss'' (dt. Haus), ''löiffä'' (dt. laufen), ''Blüät'' (dt. Blut), ''töpfä'' (dt. taufen) *'''2./3. Sg. vù mhd. stân, gân''' :Wie im Wallisertitsch erschyyne di 2./3. Sg. vù mhd. stân, gân mid Diphthong. :''düw geischt'' (dt. du gehst), ''är geit'' (dt. er geht), ''düw schteischt'' (dt. du stehst), ''är schteit'' (dt. er steht), *'''altalem. iu''' :Wie im Wallisertitsch erschyynd altalem. iu in e Dail Wèèrder as Diphthong. :''teif'' (dt. tief), ''Fleigu'' (dt. Fliege) *'''mhd. î, iu, û''' :Mhd. î ùn iu û sin wie in alene hegschdalemanische Dialäkt au im Uuslud ùn im Hiatus as Monophthong erhalde. :''drii'' (dt. drei), ''frii'' (dt. frei), ''schniiä'' (dt. schneien), ''schpiwwä'' (dt. speien), ''niw'' (dt. neu), ''niwe'' (dt. neue) :Mhd. û isch as Monophthong erhalde, wän s gchiirzd wooren isch, sùnschd isch diphthongierd zue üi. :''büwwä'' (dt. bauen), ''Süww'' (dt. Schwein) :''Hüiss'' (dt. Haus), ''Trüibu'' (dt. Traube), ''Hüiffä'' (dt. Haufen *'''mhd. æ''' :Mhd. æ erschyynd as ää. Doodermid ghèèrd s Gurijnärtitsch zue dr eschtlige Siidwalser Dialäkt :''schwäär'' (dt. schwer), ''Chääsch'' (dt. Käse), ''Määntak'' (dt. Montag) *'''Vokaldeenig''' :Im Geegesaz zue dr weschdlige Siidwalser Dialekt sin Vokal in ere ùfige Silb chùùrz bliibe. Au d Aisilberdeenig isch wie z Saley ùn z Pomatt nid yydräde. :''Grabe'' (dt. Graben), ''Grab'' (dt. Grab), ''Greber'' (dt. Gräber) :weschdli: ''Graabe'', ''Graab'', ''Greeber'' *'''german. s > sch''' :Wie in andere Walserdialäkt isch s germanisch s in vyyle Wèèrder palatalisierd zue sch :''iäsch'' (dt. uns), ''schech'' (dt. sich), ''schii'' (dt. sie), ''schin'' (dt. sein), ''diischä'' (dt. dieser), ''beeschi'' (dt. böse), ''säkschi'' (dt. sechs), ''Chääsch'' (dt. Käse), ''Eeschil'' (dt. Esel), ''Feksch'' (dt. Füchse), ''Gèmschi'' (dt. Gemse), ''Hiischär'' (dt. Häuser), ''Liisch'' (dt. Läuse), ''Määsch'' (dt. Messe), ''Miisch'' (dt. Mäuse) *'''mhd. nk''' :Mhd. –nk erschyynd wie in andere walserische Dialäkt as -ch. :''triächä'' (dt. trinken), ''Baach'' (Bank), ''Aachä'' (dt. Butter) *'''mhd. -rn''' :Wie in andre hegschdalemanische Dialäkt erschyynd mhd. –rn as –re. : ''gäärä'' (dt. gern), ''Hòòrä'' (dt. Horn), ''mòòrä'' (dt. morgen) *'''mhd. –rm''' :Wie in andre Walser Dialäkt erschyynd mhd. –rm mid Schbrosvokal :''Dòòrum'' (dt. Darm) *'''mhd. -hs''' :Wie im Wallisertitsch erschyynd mhd. –hs as –ks, nid wie in vyyle Schwyzer Dialäkt as –chs: :''Fuks'' (dt. Fuchs), ''säkschi'' (dt. sechs), ''Akslä'' (dt. Achseln) *'''Germ. ff > pf''' :In e Dail Wèèrder erschyynd germ. ff as Affrikata pf. :''ripf'' (dt. reif), ''riäpfä'' (dt. rufen), ''töpfe'' (dt. taufen) == Substantiv == === Bildig vùm Plural === ;Maskulina # '''Pl. = Sg.''': ''Hüifä, Hüifä'' (dt. Haufen), ''Ofä, Ofä'' (dt. Ofen), ''Düimä, Düimä'' (dt. Daumen) # '''-ä''': ''Briäf, Briäfä'' (dt. Brief), ''Schtein, Schteinä'' (dt. Stein), ''Walt, Waltä'' (dt. Wald) # '''Ùmlud''': ''Füäs, Fiäs'' (dt. Fuss), ''Gascht, Gèscht'' (dt. Gast), ''Chopf, Chepf'' (dt. Kopf) # '''-änä''': ''Attu, Attänä'' (dt. Vater), ''Ènnu, Ènnänä'' (dt. Grossvater), ''Eechi, Eechänä'' (dt. Onkel) # '''Sg. –u, Pl. –ä''': ''Hasu, Hasä'' (dt. Hase), ''Hanu, Hanä'' (dt. Hahn) ;Feminina # '''-ä''': ''Schüäl, Schüälä'' (dt. Schule), ''Kwonheit, Kwonheitä'' (dt. Gewohnheit), ''Schwèschtär, Schwèschtärä'' (dt. Schwester) # '''Ùmlud''': ''Han, Hän'' (dt. Hand), ''Chüä, Chiä'' (dt. Kuh), ''Schtat, Schtèt'' (dt. Stadt) # '''Sg. –u, Pl. –ä''': ''Blattu, Blattä'' (dt. Platte), ''Hosu, Hosä'' (dt. Strumpf) # '''-änä''': ''Siächi, Siächänä'' (dt. Krankheit), ''Anä, Anänä'' (dt. Grossmutter), ''Müätär, Müätärnä'' (dt. Mutter) ;Neutra # '''Pl. = Sg.''': ''Bein, Bein'' (dt. Bein), ''Horä, Horä'' (dt. Horn), ''Chen, Chen'' (dt. Kind) # '''-i''': ''Bètt, Bètti'' (dt. Bett), ''Fèscht, Fèschti'' (dt. Fest), ''Jaar, Jaari'' (dt. Jahr) # '''-är (+ Ùmlud)''': ''Wip, Wiibär'' (dt. Frau), ''Blètt, Blèttär'' (dt. Blatt), ''Büäch, Biächär'' (dt. Buch), ''Tach, Tèchär'' (dt. Dach) === Genitiv === Dr Genitiv chùnd no in ainzelne Forme vor: * ''ds Chenns Chappi'' (dt. das Käppchen des Kindes) * ''an allä Sitä där Chilchu'' (dt. an allen Seiten der Kirche) * ''dsch Attä Tschoopä'' (dt. Vaters Rock) * ''ds Hansch Chiä'' (dt. die Kühe des Hans) * ''ds Chatzisch Tällärli'' (dt. das Tellerchen des Kätzchens) * ''dsch Morgändsch'' (dt. am Morgen) * ''dsch Aabändsch'' (dt. am Abend) * ''tagsch'' (dt. am Tag) * ''nachtsch'' (dt. nachts) === Adjektiv=== Wie in vyyle hooch- ùn hegschdalemanische Dialäkt wääre Adjektiv au prädikativ deklinierd. :''Der Wolf hät gmeint, der Fuks siigi rotä va Blüät.'' (dt. Der Wolf meinte, der Fuchs sei rot vom Blut.) :''Wiä düä der Urännu afa aaltä chu ischt.'' (dt. Wie der Urgrossvater langsam alt wurde.) :''Dass d Chriädschi afaan rooti chu.'' (dt. Dass die Kirschen allmählich rot werden.) == Pronomina== {| {{prettytable}} |- | || '''ich''' || '''du''' || '''er''' || '''sie''' || '''es''' || '''wir''' || '''ihr''' || '''sie''' |- | Nom.|| ech, i || düw, t || äär, är || schiä, schii, schi || ääs, äs, s || wiär, wär || iär, är || schii, schiu, schi, sch |- | Gen.|| min || din || schin || er || schin || iäsch || eww || er |- | Dat.|| miär, mär || diär, där || emu, mu || eru, ru || emu, mu || iäsch, isch || ewch, ech || enä, nä |- | Akk.|| mech, mi || dech, di || äär, är, ä || schiä, schä || ääs, äs, ä || iäsch, isch || ewch, ech || schii, schiu, schi, sch |- |} == Verbkonjugation == === Konjugations-Chlase === Konjugation vù dr '''schdaarge Verbe''' {| {{prettytable}} |- | '''Abludchlas'''|| ||'''I'''|| '''II''' || '''IIIa''' || '''IIIb''' || '''IV''' || '''V''' || '''VI''' || '''VII''' |- | '''Dt.'''|| ||'''schreiben'''|| '''schiessen''' || '''finden''' || '''werfen''' || '''stehlen''' || '''lesen''' || '''graben''' || '''heissen''' |- | '''Infinitiv'''|| ||schriibä|| schiässä || fendä || wärfä || schtälä || läsä || grabä || heissä |- | '''Partizip Perfekt''' || || kschrebä || kschossä || kfundä || kworfä || kschtoolä || kläsä || krabä || kheissä |- |'''Ind. Präs. Sg.'''||'''1.'''|| ech schriibä || ech schiässä || ech fendä || ech wärfä || ech schtälä || ech läsä || ech grabä || ech heissä |- | ||'''2.'''|| düw schripscht || düw schiäscht || düw fendäscht || düw werfscht || düw schtelscht || düw lescht || düw grapscht || düw heischt |- | ||'''3.'''|| är schribt || är schiäst || är fendät || är werft || är schtelt || är lest || är grapt || är heist |- |'''Ind. Präs. Pl.'''|| '''1.''' ||wiär schriibä || wiär schiässä || wiär fendä || wiär wärfä || wiär schtälä || wiär läsä || wiär grabä || wiär heissä |- | ||'''2.'''|| iär schriibät || iär schiässät || iär fendät || iär wärfät || iär schtälät|| iär läsät || iär grabät || iär heissät |- | ||'''3.'''|| schi schriibän || schi schiässän || schi fendän || schi wärfän || schi schtälän || schi läsän || schi grabän || schi heissän |- | '''Konj. Prät.''' || ||ech schripti || ech schiästi || ech fenti || ech wärfi || ech schtelti || ech lästi || ech grapti || ech heisti |- |} Bi dr '''schwache Verbe''' chaa mer drèi Chlase ùnderschaide. {| {{prettytable}} |- | '''Chlas'''|| ||'''I'''|| '''II''' || '''III''' |- | '''Dt.'''|| ||'''teilen'''|| '''machen''' || '''leben''' |- | '''Infinitiv'''|| ||teilä || machu || läbä |- | '''Partizip Perfekt''' || ||teilt || kmachut || kläbät |- |'''Ind. Präs. Sg.'''||'''1.'''|| ech teilä || ech machu || ech läbä |- | ||'''2.'''|| düw teilscht || düw machuscht || düw läbäscht |- | ||'''3.'''|| är teilt || är machut || är läbät |- |'''Ind. Präs. Pl.'''|| '''1.''' ||wiär teilä || wiär machu || wiär läbä |- | ||'''2.'''|| iär teilät || iär machut || iär läbät |- | ||'''3.'''|| schi teilän || schi machun || schi läbän |- |} === „Gerundium“ (Infinitiv II) === Andersch wi im Wallisertitsch gid s im Gurijnärtitsch nooch dr Infinitivpartikel ''z'' no ne bsùnderigi Form fir dr Infinitiv, wù uf s midelhoochdydsch Gerundium zruggood. :''D Müatar escht darhendar ggsin z biazan'' (dt. Die Mutter war am Nähen) – Inf. ''biaza'' === Passiv === Wie in andere Siidwalser Dialät wird s '''Vorgangspassiv''' mid ''chu'' bilded. :''Un tas Fèscht ischt gmachuts chu.'' (dt. Und das Fest wurde gemacht.) :''Ds Heww escht gotzs chu.'' (Das Heu wurde verfüttert.) === Modalverbe === *''wessi'' (dt. wissen) :Präs. Ind.: ''ech weis'', ''düw weischt'', ''är weis'', ''wiär wessu'', ''iär wessut'', ''schi wessun'' :Part Perf.: ''kwest'', Gerund.: ''z wessin'' :Konj. Präs.: ''ech wessi'', Konj. Prät.: ''ech westi'' *''cheni'' (dt. können) :Präs. Ind.: ''ech cha'', ''düw chanscht'', ''är cha'', ''wiär chunu'', ''iär chunut'', ''schi chunun'' :Part Perf.: ''cheni'', Gerund.: ''z chenin'' :Konj. Präs.: ''ech cheni'', Konj. Prät.: ''ech chèndi'' *''megi'' (dt. können, vermögen) :Präs. Ind.: ''ech mak'', ''düw makscht'', ''är mak'', ''wiär mugu'', ''iär mugut'', ''schi mugun'' :Part Perf.: ''megi'', Gerund.: ''z megin'' :Konj. Präs.: ''ech megi'', Konj. Prät.: ''ech mèchti'' *''tèrfi'' (dt. dürfen) :Präs. Ind.: ''ech tarf'', ''düw tarfscht'', ''är tarf'', ''wiär turfu'', ''iär turfut'', ''schi turfun'' :Part Perf.: ''tèrfi'', Gerund.: ''z tèrfin'' :Konj. Präs.: ''ech terfi'', Konj. Prät.: ''ech tèrfti'' *''miässi'' (dt. müssen) :Präs. Ind.: ''ech müäs'', ''düw müäscht'', ''är müäs'', ''wiär müässu'', ''iär müässut'', ''schi müässun'' :Part Perf.: ''miässi'', Gerund.: ''z miässin'' :Konj. Präs.: ''ech miässi'', Konj. Prät.: ''ech miässti'' *''wèllä'' (dt. ) :Präs. Ind.: ''ech wel'', ''düw welt'', ''är wel'', ''wiär wèllä'', ''iär wèllt'', ''schi wèllän'' :Part Perf.: ''wèllä'', Gerund.: ''z wèllän'' :Konj. Präs.: ''ech wèllä'', Konj. Prät.: ''ech wèllti'' *''seli'' (dt. sollen) :Präs. Ind.: ''ech sol'', ''düw solscht'', ''är sol'', ''wiär sulu'', ''iär sulut'', ''schi sulun'' :Part Perf.: ''seli'', Gerund.: ''z selin'' :Konj. Präs.: ''ech seli'', Konj. Prät.: ''ech sèlti'' === Hilfsverbe === *''sin'' (dt. sein) :Präs. Ind.: ''ech be'', ''düw bescht'', ''är escht'', ''wiär siw'', ''iär sit'', ''schi sin'' :Part Perf.: ''ksin'', Gerund.: ''z siigin'' :Konj. Präs.: ''ech siigi'', Konj. Prät.: ''ech wèiti'' *''ha'' (dt. haben) :Präs. Ind.: ''ech ha'', ''düw hèscht'', ''är hèt'', ''wiär hèw'', ''iär het'', ''schi hen'' :Part Perf.: ''kha'', Gerund.: ''z heigin'' :Konj. Präs.: ''ech heigi'', Konj. Prät.: ''ech hätti'' *''tüä'' (dt. tun) :Präs. Ind.: ''ech tüä'', ''düw tüäscht'', ''är tüät'', ''wiär tiäw'', ''iär tiät'', ''schi tiän'' :Part Perf.: ''taa'', Gerund.: ''z tiän'' :Konj. Präs.: ''ech tiäjä'', Konj. Prät.: ''ech taati'' === Chùùrzverbe === *''chu'' (dt. kommen) :Präs. Ind.: ''ech chu'', ''düw chunscht'', ''är chun'', ''wiär chomä'', ''iär chomät'', ''schi chomän'' :Part Perf.: ''chu'', Gerund.: ''z chomän'' :Konj. Präs.: ''ech chomä'', Konj. Prät.: ''ech chäämi/chäämti'' *''faa'' (dt. fangen) :Präs. Ind.: ''ech faa'', ''düw faascht'', ''är faat'', ''wiär faaw'', ''iär faat'', ''schi faan'' :Part Perf.: ''kfangä'', Gerund.: ''z faan'' :Konj. Präs.: ''ech fääjä'', Konj. Prät.: ''ech fääti'' *''gaa'' (dt. gehen) :Präs. Ind.: ''ech gaa'', ''düw geischt'', ''är geit'', ''wiär gääw'', ''iär genggät'', ''schi gään'' :Part Perf.: ''känggä'', Gerund.: ''z gään'' :Konj. Präs.: ''ech gengä'', Konj. Prät.: ''ech giänggi'' *''gä'' (dt. geben) :Präs. Ind.: ''ech gep'', ''düw gescht'', ''är get'', ''wiär gääw'', ''iär gät'', ''schi gään'' :Part Perf.: ''kä'', Gerund.: ''z gäbän'' :Konj. Prät.: ''ech gääbi/gääbti'' *''gee'' (dt. nehmen) :Präs. Ind.: ''ech gee'', ''düw geescht'', ''är geet'', ''wiär geew'', ''iär geet'', ''schi geen'' :Part Perf.: ''keet'', Gerund.: ''z geen'' :Konj. Präs.: ''ech geejä'', Konj. Prät.: ''ech geeti'' *''ksää'' (dt. sehen) :Präs. Ind.: ''ech ksee'', ''düw ksiäscht'', ''är ksiät'', ''wiär kseew'', ''iär kseet'', ''schi kseen'' :Part Perf.: ''ksee'', Gerund.: ''z kseen'' :Konj. Präs.: ''ech kseejä'', Konj. Prät.: ''ech kseeti'' *''laa'' (dt. lassen) :Präs. Ind.: ''ech laa'', ''düw laascht'', ''är laat'', ''wiär lääw'', ''iär läät'', ''schi lään'' :Part Perf.: ''klaa'', Gerund.: ''z lään'' :Konj. Präs.: ''ech lääjä'', Konj. Prät.: ''ech laati'' *''schlaa'' (dt. schlagen) :Präs. Ind.: ''ech schlaa'', ''düw schlaascht'', ''är schlaat'', ''wiär schlääw'', ''iär schläät'', ''schi schlään'' :Part Perf.: ''kschlagä'', Gerund.: ''z schlään'' :Konj. Präs.: ''ech schlääjä'', Konj. Prät.: ''ech schlääti'' *''schtaa'' (dt. stehen) :Präs. Ind.: ''ech schtaa'', ''düw schteischt'', ''är schteit'', ''wiär schtääw'', ''iär schtèndät'', ''schi schtään'' :Part Perf.: ''kschtandä'', Gerund.: ''z schtään'' :Konj. Präs.: ''ech schtèndä'', Konj. Prät.: ''ech schtiändi'' == Woordbildig== Bim Diminitiv gid s wie in vyyle Walliser ùn Walser Dialäkt e baar Suffix: *'''-tschi''': S Suffix -tschi chùnd noch Verschlùs- ùn Ryyblud vor (Büäbtschi, Doorftschi, Hüätschi, Huntschi, Knopftschi, Scheitschi). *'''-dschi''': S Suffix -dschi chùnd noch m, ng ùn bedoonde Vokal vor (Bliämdschi, Böimdschi, Zungdschi, Seedschi). *'''-li''': S Suffix -li chùnd noch n, r ùn ùùbedoonde Vokal vor (Mannli, Hiändli, Terli, Eimärli, Briädärli, Schwèschtärli, Chettäli, Ofäli). *'''-ti''': S Suffix -ti chùnd noch l vor (Vegälti, Biälti, Schtiälti). *'''-älti''': Betzälti, Schtekchälti *'''-ulti''': Alpulti, Berchulti, Puntschulti *'''-i''': Chatzi, Hasi, Schalli == Woordschaz== ;Wùchedääg ''Määntak'', ''Ziischtak'', ''Mettwuchu'', ''Dunschtak'', ''Frittak'', ''Samschtak'', ''Sunnuntak'' ;Wèèrder, wù in in andere Bied sùnschd maischd uusgschdoorbe sin * ''Brüäch'' (dt. Hose) * ''Antli'' (dt. Wangen) ;Wèèrder, wù sich e aldi Bedydig ghalde hed * ''Hosu'' (dt. Strumpf) ;Sùnschdigi bsùnderi Wèèrder * ''Griiflu'' (dt. Preiselbeeren) * ''Gèrumsch'' (dt. Vogelbeere) * ''[[Tagfalter|Poldärnu]]'' (dt. Schmetterling) * ''Schtrafflu'' (dt. Heuschrecke) * ''Hopschul'' (dt. Frosch) * ''Fiirhüis'' (dt. Küche) * ''Schnätzär'' (dt. Küfer) * ''Eewlèkchä'' (dt. Sommersprossen) * ''Eschluhüäschtä'' (dt. Keuchhusten) * ''Räbiätschi'' (dt. Gerstenkorn am Auge) * ''Tschuki'' (dt. Schluckauf) * ''Langgsi'' (dt. Frühling) * ''Brachut'' (dt. Juni) * ''Hèwwut'' (dt. Juli) == Yyflis us em Romanisch == Im Gurijnärtitsch gid s vyyl Främd- ùn Läänwèèrder us em [[Lombardische Sprache|Lombardisch]]. * ''almaang'' (dt. wenigstens) < lomb. almanch (ital. al manco) * ''bandu'' (dt. Zeit [mit Trinken] verbummeln) < lomb. fá in banda * ''Botzu'' (dt. Tasse) < lomb. bòzza * ''Büisu'' (dt. Schlechtwetterperiode) < lomb. büza * ''Dscherä'' (dt. Kies) < lomb. gèra (ital. gera) * ''Gwatsu'' (dt. Zopf) < lomb. coazza, covazza * ''Kuntrat'' (dt. Vertrag) < lomb. contratt, cuntratt (ital. contratto) * ''lètschu'' (dt. wählen) < lomb. elég (ital. elegere) * ''Limposchtä'' (dt. Steuer) < lomb. l’impòsta (ital. l’imposta) * ''Paschtä'' (dt. Teigwaren) < lomb. (ital.) pasta * ''pekku'' (dt. schlagen) < lomb. picá (ital. picchiare) * ''proppi'' (dt. wirklich) < lomb. pròpi (ital. propio) * ''Riigu'' (dt. Linie) < lomb. (ital.) riga * ''Schegäl'' (dt. Zigarre) < lomb. scigala * ''schfosiärä'' (dt. schmuggeln) < lomb. sfrosá * ''Schtatziung'' (dt. Bahnhof) < lomb. stazzión, stazziún (ital. stazione) * ''Schtuppung'' (dt. Korken) < lomb. stopón, stupóm * ''Tèlèwisiung'' (dt. Fernsehen) < ital. televisione * ''Tollu'' (dt. Milchtopf) < lomb. tòla * ''Tschefrä'' (dt. Rückentragkorb) < lomb. sciüvéra, sciuuéra * ''tschugg'' (dt. betrunken) < lomb. ciócch * ''Zoggul'' (dt. Holzschuh) < lomb. zòcol (ital. zoccolo) Drzue aane gid s au Lääniibersezige, zem Byyschbil: * ''Holzmeischtär'' (dt. Schreiner) < lomb. mastro da bósch * ''em viäri un äs halps'' (dt. um halb fünf) < lomb. ... (ital. alle quattro e mezzo) == Oordsnäme in dr Nèèchi ùf Gurijnärtitsch == D Guriner hän fir vyyl Oord ùn Biet in dr nèèchere ùn wydere Umgeebig yydydschdi oder iberhaubd dydschi Näme:<ref>Das, wo chunt, isch zuem Dail us em uudrùgde Madriaal vùm ''[[Sprachatlas der deutschen Schweiz|Schbroochatlas vù dr dydsche Schwyz]],'' vyyl mee hèd aber d Cristina Lessmann-Della Pietra vù Gurin im Juni 2017 byydrait. – S ùfig ''i'' isch ganz schdaarg ùfe (im ''Schbroochatlas'' e I mit zwai Schwänzli drùnder), s ''a'' isch e ganz e häl A, wie im Italieenisch (im ''Schbroochatlas'' e A mit zwai Pinggdli drùnder oder e Alpha, sälten au es æ), un s ''å'' isch e ganz schdaarg verdùmpfd A oder e ganz schdaarg ùfig O (im ''Schbroochatlas'' e O mit zwai Schwänzli drùnder).</ref> <div class="references-small" style="-moz-column-count:2; column-count:2"> '''im Maggiadaal:''' * ''Me<sup>i</sup>tåll'' Maggiatal * ''Frèdscha'' {{IPA|[ˈfrɛdʃa]}} (noch em SDS: ''Freedscha'' {{IPA|[ˈfreːdʃa]}}) Aurigeno * ''Åva'' {{IPA|[ˈɔva]}} (noch em SDS: ''Ååfä'' {{IPA|[ˈɔːfæ]}}) Avegno * ''Binjåschgg'' {{IPA|[biˈñɔʃk biˈñɔʃg]}} Bignasco * ''Ggamanü<sup>i</sup>n, Ggaminü<sup>i</sup>n'' Camanoglio * ''Ggååm'' {{IPA|[kɔːm]}} Campo * ''Ggaweeran'' Cavergno * ''Tscharantin'' {{IPA|[tʃaranˈtin]}} (noch em SDS: ''Tscherentin'' {{IPA|[tʃerenˈtin]}}) Cerentino * ''Tschèbi'' {{IPA|[ˈtʃɛbi]}} (noch em SDS: ''Tschebi'' {{IPA|[ˈtʃebi]}}) Cevio * ''Tschimalmot, Zimalmot'' {{IPA|[tʃɪmalˈmot tsɪmalˈmot]}} (lut SDS-Material: ''Simålmåt'' {{IPA|[sɪmɔlˈmɔt]}}) Cimalmotto * ''Ggü<sup>i</sup>n'' Coglio * ''zur Wålkchu'' {{IPA|[tsʊr ˈʋɔlkχʊ]}} (noch em SDS: ''zur Wålchu'' {{IPA|[tsʊr ˈʋɔlχʊ]}}) Collinasca * ''Dschümåå, Dschumåå'' Giumaglio * ''Gurdeerv'' Gordevio * ''Lenatsch'' {{IPA|[ˈlenatʃ]}} (noch em SDS: ''Linatsch'' {{IPA|[ˈlɪnatʃ]}}) Linescio * ''Lèda'' {{IPA|[ˈlɛda]}} Lodano * ''Mådschu'' {{IPA|[ˈmɔdʃʊ]}} Maggia * ''Nijvu'' Niva * ''zur Blåttu'' Pè di Piod * ''Ruvee'' Riveo * ''Sumee'' Someo '''im wytere Tessin:''' * ''Tèssin'' (Tessin) * ''Èrolz'' {{IPA|[ˈɛrolts]}} (noch em SDS: ''Èruls'' {{IPA|[ˈɛrʊls]}}) Airolo * ''Schgguno, Schggunu'' {{IPA|[ˈʃgʊno, ˈʃgʊnʊ]}} (noch em SDS: ''Schgguunu'' {{IPA|[ˈʃkʊːnʊ]}}) Ascona * ''Ballants'' {{IPA|[ˈbalˑants]}} (noch em SDS: {{IPA|[ˈbælˑænts]}}) Bellenz (Bellinzona) * ''Fe<sup>i</sup>t'' Faido * ''Fiisch'' {{IPA|[fiːʃ]}} Fusio * ''Levanutåll'' Livinental (Leventina) * ''Liggåårasch'' {{IPA|[lɪˈkɔːraʃ]}} Locarno * ''Losung, Lusung'' {{IPA|[loˈsʊŋ lʊˈsʊŋ]}} Losone * ''Löwwasch'' {{IPA|[ˈløwˑaʃ]}} Lugano * ''ufum Zåschgg'' Madonna del Sasso * ''Manijsch'' Minusio * ''Muråålt'' Muralto * ''zur Schmettu'' {{IPA|[tsʊr ˈʃmetːʊ]}} Ponte Prolla * ''Faldeesch'' Passübergang San Giacomo * ''Solding, Soldüng'' Solduno '''in dr Dytschschwyz:''' * ''Bara'' Bern * ''Båsil'' Basel * ''Neisalu'' {{IPA|[ˈneisalʊ]}} Einsiedeln * ''Luzara'' Luzern * ''Zerech, Zerich'' Zürich '''im Usland:''' * ''Waltschlånn'' Italien * ''Tüöm, Tüam'' {{IPA|[tʏˑœm tʏˑam]}} Domodossola * ''Meilån'' {{IPA|[ˈmeˑilɔn]}} Mailand * ''Pumått'' Pomatt (Valle Formazza) * ''Mèrigga'' Amerika </div> == Schbroochbyyschbel == '''As Arläpnis va ma zachajaariga Gurinar Metschi''' ''(Originalschryybwyys)'' {{Audio|As Arlapnis.ogg|De Teggst aaloose}} Iar heit wella mu selan-ech appus schryba, su wel-a-mi darhendar tüa un lüaga ob i appus zaman bringa. Iar müassut nech net varwundru, i be no aba a Schüalgof. I well öw ghein Prys, di andru Gurinar senn alli gschektar widar ech, i well nech appus va mim churza Laba varzella, was miar salbar escht vorchu met ninza Manut un grad im Heilagatag, sagat annar. Iaschi hein Fleisch ubartaa un dr'Attu un d'Müatar senn z'Masch ganga un di andru Schwestarli un Briadarli öw, ech un der drymaanig Sisto siw dahemna in d'Stubu gsin met dar Müamu. Wi-as düa bald escht einlafi gsin, düa escht d'Müama üisganga, im Fyrhüis ga d'Harpara ubartüa un darnaa hätsch dar Hafa met dar Briay abgstellt, ech be-ru üiss na ganga un ha gmeint as sygi as Stialti un ha-mi drüf gsetzt, darnaa hanami henna um süifar varbrunna, i be süifar aba an Blatru gsin. D'Müama hät mi düa naadernaa geät un hät mi in Stubu traga. D'Müatar escht grad va Masch chu, dia hät geät un hät mar Bömali drüfgleescht, ech hä pliarat un gweinut vor Schmarza. Darnaa hät mi d'Blandina gheert, dia escht düa der Müater mi chu halfa penda. Darnaa hein düa iaschi dem Doktar griapft, der escht düa iaschu chu Angst machu un hät gseit schi chena-mi nit racht gnära met Bömäli, mu miassi Vindex brüicha, das heigi süibar un gnasa gschwenn, abar min Müatar hät va demu nit wella wessi, schi hät gseit die liabu Altu hein Hüissmettul prüicht, ech wells nüw öw amaal purbiara met Bömäli un Lyniblazza, ech ha dä no eistar Zyt Vindex z'brüichan. Unna am Beindli han-i öw an grossi Blatru gha, da het-sch purbiart met Vindex wia-ru dar Doktar gseit hät abar denoguardi iar hättit miassi gsea was fer an Undarscheid as gsin escht vam Bömäli un Vindex, das escht an Undarscheid gsin wi Tag un Nacht, Met Bömäli ben-i e viarza Taga gnasni gsin dass dar Doktar un alli gstüinat hein. Waa d' Müatar hät Vindex prüicht han-i sägsch Wucha z'gnagan gha un min Müatar hät vell Waarch gha, waga schi hät-mi miassi strang süibari ha, dar liab Gott meg-aru alls vargälta un zum Enn dach-i dam liaba Gott velmaal dass-i so güat be gnasa. :(Gschriibe vù dr Maria Teresa Tomamichel fir dr Guriner Mundart-Wettbewerb ane 1944, zidierd bim Russ 2002, S. 192) == Lueg au == * [[Guriner Pflanzennamen|Guriner Bflanzenäme]] * [[Guriner Pilznamen|Guriner Pilznämme]] == Literatur == * Sandro Bachmann, [[Elvira Glaser]] (Hrsg.): ''Bosco Gurin – Das Walserdorf im Tessin und seine Sprache(n).'' Hrsg. von der Schweizerischen Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften. SAGW, Köniz 2019 (Swiss Academies Reports Bd.&nbsp;4, Nr.&nbsp;4) ([https://sagw.ch/fileadmin/redaktion_sagw/dokumente/Publikationen/Sprachen_und_Kulturen/Bosco_Gurin_Gurinerdeutsch_web.pdf Digitalisat]). * [[Emil Balmer]]: ''Die Walser im Piemont. Vom Leben und der Sprache der deutschen Ansiedler hinterm Monte Rosa.'' [[A. Francke Verlag|Francke]], Bern 1949, S.&nbsp;197–210. * [[Aristide Baragiola]]: ''Il canto popolare a Bosco o Gurin, colonia tedesca nel Cantone Ticino.'' Presso Fulvio Giovanni, Cividale 1891. * [[Karl Bohnenberger]]: ''Die Mundart der Deutschen Walliser im Heimattal und in den Aussenorten.'' Verlag Huber, Frauenfeld 1913 ([[Beiträge zur Schweizerdeutschen Grammatik]] 6). * Bernard Comrie, Uli Frauenfelder: ''The verbal complex in Gurinerdeutsch.'' In: ''Linguistics'' 30 (1992), 1031–1064. * [[Johann Jakob Dickenmann]]: [Lautlehre.] Manuskript, Bibliothek des Schweizerischen Idiotikons, Zürich (ca.&nbsp;1913). * Elisabetta Fazzini, Costanza Cigni: ''Vocabolario comparativo dei dialetti Walser in Italia''. Bd. 1–6. Edizioni dell’Orso, Alessandria 2004–2022 (Alemannica 1, 5, 6, 7, 9, 10). * [[Jürg Fleischer]]: ''Das (un)flektierte prädikative Adjektiv in der Mundart von Bosco-Gurin.'' In: [[Hubert Klausmann]] (Hrsg.): ''Raumstrukturen im Alemannischen. Beiträge zur 15.&nbsp;Arbeitstagung zur alemannischen Dialektologie Schloss Hofen, Lochau (Vorarlberg) vom 19.–21.9.2005.'' Neugebauer, Graz/Feldkirch 2006 (Schriften der Vorarlberger Landesbibliothek 15), S.&nbsp;117–127. * [[Emily Gerstner-Hirzel]]: ''Aus der Volksüberlieferung von Bosco Gurin.'' Krebs, Basel 1979 (Schriften der schweizerischen Gesellschaft für Volkskunde 63). * Emily Gerstner-Hirzel: ''Reime, Gebete, Lieder und Spiele aus Bosco Gurin.'' Krebs, Basel 1986 (Schriften der schweizerischen Gesellschaft für Volkskunde 69). * Emily Gerstner-Hirzel: ''Guriner Wildpflanzenfibel.'' Bündner Monatsblatt, Chur 1989. * Emily Gerstner-Hirzel: ''Aus der Mundart von Gurin. Wörterbuch der Substantive von Bosco Gurin. Voci del dialetto di Bosco Gurin. Vocabolario dei sostantivi di Bosco Gurin.'' Hrsg. vom Museum Walserhaus. Armando Dadò Editore, Locarno 2014. * [[Elvira Glaser]]: ''Profil der Guriner Syntax aus der Perspektive des'' Syntaktischen Atlas der deutschen Schweiz ''(SADS).'' In: Costanza Cigni (Hrsg.): ''Lo spazio linguistico tedesco tra medioevo e contemporaneità. Testi, glosse e tradizione linguistiche'' (=&nbsp;''Alemannica.'' Studi linguistici, filologici e dialettologici. Band 12). Edizioni dell’Orso, Alessandria 2026, S.&nbsp;189–204. * Julia Haldemann: ''Das Tessiner Walserdorf Bosco Gurin. Eine soziolinguistische Analyse der Sprachsituation.'' Unveröffentlichte Semesterarbeit WS 2005/06 Universität Wien. * Julia Haldemann: ''Italienisches in der Walsermundart Bosco Gurins.'' Diplomarbeit Universität Wien 2010. [[doi:10.25365/thesis.9998]]. * [[Rudolf Hotzenköcherle]]: ''Umlautphänomene am Südrand der Germania.'' In: Fragen und Forschungen im Bereich und Umkreis der germanischen Philologie, Festgabe für Theodor Frings zum 70. Geburtstag. Berlin 1956 (Deutsche Akademie der Wissenschaften zu Berlin, Veröffentlichungen des Instituts für deutsche Sprache und Literatur), S.&nbsp;221–250. – Erneut in: Rudolf Hotzenköcherle: ''Dialektstrukturen im Wandel. Gesammelte Aufsätze zur Dialektologie der deutschen Schweiz und der Walsergebiete Oberitaliens.'' Hrsg. von Rudolf Schläpfer und Rudolf Trüb. Sauerländer, Frankfurt am Main / Salzburg 1986, S.&nbsp;195–224. * Rudolf Hotzenköcherle: ''Zur sprachgeographischen Stellung des Gurinerdeutschen.'' In: ''Jahresbericht der Gesellschaft zur Förderung des Walserhauses Gurin.'' 1959, S.&nbsp;3–8. – Erneut in: Rudolf Hotzenköcherle: ''Dialektstrukturen im Wandel. Gesammelte Aufsätze zur Dialektologie der deutschen Schweiz und der Walsergebiete Oberitaliens.'' Hrsg. von Rudolf Schläpfer und Rudolf Trüb. Sauerländer, Frankfurt am Main / Salzburg 1986, S.&nbsp;225–229. * Rudolf Hotzenköcherle: ''Die südwalserisch-ernetbirgischen Mundarten im Spiegel ihrer Verbalformen.'' In Maria Bindschedel, Rudolf Hotzenköcherle & Werner Kohlschmidt (Hrsg.), Festschrift für Paul Zinsli, 79–98. [[A. Francke Verlag|Francke]], Bern 1971. – Erneut in: Rudolf Hotzenköcherle: ''Dialektstrukturen im Wandel. Gesammelte Aufsätze zur Dialektologie der deutschen Schweiz und der Walsergebiete Oberitaliens.'' Hrsg. von Rudolf Schläpfer und Rudolf Trüb. Sauerländer, Frankfurt am Main / Salzburg 1986, S.&nbsp;289–308. * Hans Kreis: ''Die Walser. Ein Stück Besiedlungsgeschichte der Zentralalpen.'' Francke Verlag, Bern 1958. * Charles V. J. Russ: ''Die Mundart von Bosco Gurin. Eine synchronische und diachronische Untersuchung.'' Franz Steiner Verlag, Stuttgart 2002 (ZDL Beihefte 120). * [[Hans Maria Sartori]]: ''Die Mundart von Bosco-Gurin.'' Manuskript, Bibliothek des Schweizerischen Idiotikons, Zürich (ca.&nbsp;1926–1934) [Grammatik des Gurinerdeutschen: Lautlehre, Flexionslehre, Orts- und Personennamen, einige Wortfelder, Satzlehre]. * ''Schweizer Dialekte in Text und Ton. Begleittexte zu den Sprechplatten des Phonogramm-Archivs der Universität Zürich. 1. Schweizerdeutsche Mundarten. Heft 5: Bosco Gurin, Kt. Tessin''. Bearbeitet von Rudolf Hotzenköcherle und Rudolf Brunner nach einem Tonband von William G. Moulton. Frauenfeld 1971. * ''700 anni Bosco Gurin. Piccole notizie raccolte da Adolfo Janner e collaboratori. 557 illutrazioni di cui 52 disegni originali di Hans Tomamichel.'' Grassi, Bellinzona 1956. – Do drin: ooni Namme: ''Gurinertytsch,'' S.&nbsp;454–465; Jos. Melchior Janner: ''Guriner Sprichwörter, Volksausdrücke, Kinderspiele, Schwänke für Kinder,'' S.&nbsp;467–469. * ''[[Sprachatlas der deutschen Schweiz]] (SDS)''. Begr. von Heinrich Baumgartner und Rudolf Hotzenköcherle. In Zusammenarbeit mit Konrad Lobeck, Robert Schläpfer, Rudolf Trüb und unter Mitwirkung von Paul Zinsli herausgegeben von Rudolf Hotzenköcherle. 8 Bde, Einführungsband, Abschlussband. [[A. Francke Verlag|Francke]], Bern/Tübingen 1962–2003. – D Originaalùfnaame vùm Sproochatlas cha mer syd 2018 online aaluege: [https://digital.sprachatlas.ch/scans/?ortlist=TI+1&fblist=#page/1/mode/thumb sprachatlas.ch – Bosco Gurin]. * Chiara Tomamichel: ''Periphrastisches und kausatives'' tüa ''im Walserdialekt von Bosco Gurin.'' Masterarbeit Universität Zürich 2020. * Tobias Tomamichel: ''Bosco Gurin. Das Walserdorf im Tessin.'' 4. Auflage. Hrsg. von Leonhard Tomamichel. Gesellschaft Walserhaus Gurin, Gurin 1998 (Tradition und Wandel 9). * [[Paul Zinsli]]: ''Walser Volkstum in der Schweiz, in Vorarlberg, Liechtenstein und Italien.'' Verlag Huber, Frauenfeld 1968. * Paul Zinsli: ''Südwalser Namengut. Die deutschen Orts- und Flurnamen der ennetbirgischen Walsersiedlungen in Bosco-Gurin und im Piemont.'' Verlag Stämpfli & Cie AG, Bern 1984. == Weblink == {{commonscat|Gurijnärtitsch pronunciation|Gurijnärtitschi Audiobyspil}} * [https://www.idiotikon.ch/hoerproben-oberwallis-tessin-aostatal-piemont Walliser- und Sydwalserdytsch] ùf dr Websyde vùm Schwyzerische Idiotikon, mit aim Byydraag us Gurin * [http://staff-www.uni-marburg.de/~naeser/probe26.htm Mundartprobe 26. Höchstalemannisch] ùf dr Websyde vùm Wolfgang Näser, Universität Marburg, Dialäktproobe vù [[Bosco/Gurin|Guriin]] un [[Macugnaga|Makanaa]] (Text) * Tooùfnaame vu dr ''[http://staff-www.uni-marburg.de/~naeser/Ex1973.htm Exkursion Schweiz/Oberitalien (Schmitt/Pfister 17.–26.9.1973, Tondokumentation W. Näser)]:'' ** [http://staff-www.uni-marburg.de/~naeser/Ex1973-06-Bosco_Gurin_1.mp3 Bosco-Gurin 1] ** [http://staff-www.uni-marburg.de/~naeser/Ex1973-06-Bosco_Gurin_2.mp3 Bosco-Gurin 2] ** [http://staff-www.uni-marburg.de/~naeser/Ex1973-06-Bosco_Gurin_3.mp3 Bosco-Gurin 3] ** [http://staff-www.uni-marburg.de/~naeser/Ex1973-06-Bosco_Gurin_4_Jagustier.mp3 Bosco-Gurin 4: Jagustier] ** [http://staff-www.uni-marburg.de/~naeser/Ex1973-06-Bosco_Gurin_5_Verfluocht.mp3 Bosco-Gurin 5: Verfluocht Chrüt] == Fueßnoote == <references /> {{Navigationsleiste Schweizerdeutsche Dialekte}} {{Navigationsleiste Walser}} [[Kategorie:Alemannischer Dialäkt]] [[Kategorie:Walsertiitsch]] 41domg58lp1r5bq12g5pmkyz2eol8bt Vorlage:Wechselkursdaten/EZB 10 53385 1088313 1088292 2026-09-04T18:07:42Z LkhBot 98539 Bot: Aktualisierung 1088313 wikitext text/x-wiki <includeonly>{{#switch: {{{1|}}} |STAND=2026-09-04 |USD = 1.1622 |JPY = 181.59 |BGN = 1.9558 |CZK = 24.189 |DKK = 7.4747 |GBP = 0.85898 |HUF = 363.28 |PLN = 4.3148 |RON = 5.253 |SEK = 11.1005 |CHF = 0.9405 |ISK = 140.8 |NOK = 10.8035 |HRK = 7.5365 |RUB = 117.2010 |TRY = 56.2995 |AUD = 1.6134 |BRL = 5.9405 |CAD = 1.6038 |CNY = 7.7994 |HKD = 9.112 |IDR = 20496.04 |ILS = 3.4954 |INR = 109.8165 |KRW = 1569.38 |MXN = 19.6401 |MYR = 4.7005 |NZD = 1.9755 |PHP = 72.812 |SGD = 1.4724 |THB = 38.26 |QUELLE=[http://www.ecb.europa.eu/stats/eurofxref/eurofxref-daily.xml EZB Euro foreign exchange reference rates] }}</includeonly><noinclude> Liefert den Gegenwert von 1 EUR in einer Fremdwährung. Datenquelle: http://www.ecb.int/stats/exchange/eurofxref/html/index.en.html [[Kategorie:Vorlage:Metadaten|Wechselkursdaten/EZB]] </noinclude> 9za3jbrcwqk42j5mfkd4effuz6s94nb Diabetes mellitus 0 55695 1088317 947692 2026-09-05T07:20:57Z ~2026-47940-00 122875 add reference 1088317 wikitext text/x-wiki Dr '''Diabetes mellitus''' (DM) („honigsüesse Durchfluss“, [[Griechische Sprache|griechisch]] ''διαβήτης'', vo [[Altgriechische Sprache|altgriechisch]] ''διαβαίνειν'' ''diabainein'', „duuregoo“, „duurefliesse“ und [[latein|latiinisch]] ''mellitus'' „honigsüess“), umgangssproochlig churz: ''Diabetes'' oder '''Zuckerchranket''' isch d Bezäichnig für e Grubbe vo [[Stoffwechselkrankheit|Stoffwäggselchrankheite]]. S Wort beschribt deren iir [[Symptom|Hauptsümptom]], ass Zucker im [[Urin]] usgdchäidet wird. Dr Thomas Willis het d Chranket 1675 diagnostiziert anhand von ere Gschmacksbroob vom Urin, wil dä bi Persone mit Diabetes e hooche [[Blutzuckerspiegel|Bluetzuckerspiegel]] und e süesslige Gschmack het [https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1111/fcp.13009]. [[Datei:Fundus photo showing focal laser surgery for diabetic retinopathy EDA10.JPG|mini|Di ''Diabetischi Retinopathii'', en Erchrankig vo de Netzhut im Aug, wo vilmol e Folg vo dr Zuckerchranket isch.]] ''Diabetes mellitus'' isch dr Sammelbegriff für verschiideni ([[Heterogenie|heterogeni]]) [[Stoffwechselstörung|Stoffwäggselstöörige]], wo as Hauptsümptom en Überzuckerig vom Bluet ([[Hyperglykämie|Hüperglükämii]]) ufwiise. Mechanisme, wo zur Hüperglükämii füere, setze vor allem am [[Insulin]] aa, wo s [[Hormon|Hauptregeligshormon]] vom [[Glukosestoffwechsel|Zuckerstoffwäggsel]] im menschlige Körper isch: absolute [[Insulin]]mangel, relative Insulinmangel dur en abgschwechti Wirksamkäit vom Insulin ([[Insulinresistenz|Insulinresistänz]]) oder bäides zämme. Es git no e diagnostischi Klass vom DM, wo primär dur [[Diät|Feelernäärig]] bestimmt isch. == Litratuur == * Gesellschaft für Rehabilitation bei Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten e.&nbsp;V. (Hrsg.): ''Diabetes-Lesebuch. Wissenswertes für den Alltag mit Diabetes.'' Pabst Science Publishers Lengerich 2011, ISBN 978-3-89967-695-2. * Burkhard Göke/Klaus G. Parhofer/Carsten Otto: ''Das Praxisbuch Diabetes mellitus''. Urban & Fischer, München u.&nbsp;a. 2002, ISBN 978-3-437-22930-5. * Helmut Schatz (Hrsg.): ''Diabetologie kompakt. Grundlagen und Praxis''. 4. erweiterte und aktualisierte Uflaag. Thieme, Stuttgart u.&nbsp;a. 2006, ISBN 978-3-13-137724-1. * Viviane Scherenberg: ''Patientenorientierung. Compliance und Disease Management Programme. Praxisbeispiel Diabetes mellitus Typ 2''. Verlag für Wissenschaft und Kultur, Stuttgart u.&nbsp;a. 2003, ISBN 3-936749-43-4. * Matthias B. Schulze, Kurt Hoffmann u.&nbsp;a.: ''An Accurate Risk Score Based on Anthropometric, Dietary, and Lifestyle Factors to Predict the Development of Type 2 Diabetes''. In: ''Diabetes Care'' 30:510–515, 2007, {{DOI|10.2337/dc06-2089}}, (''Zum [https://web.archive.org/web/20150508195957/http://drs.dife.de/calculating/de Deutschen Diabetes-Risiko-Score]''). * Andreas Thomas: ''Das Diabetes-Forschungs-Buch. Neue Medikamente, Geräte, Visionen''. 2. Uflaag. Kirchheim + Co, Mainz 2006, ISBN 978-3-87409-411-5. * Hellmut Mehnert, Eberhard Standl, Klaus-Henning Usadel, Hans-Ulrich Häring (Hrsg.): ''Diabetologie in Klinik und Praxis''. Georg Thieme Verlag 2003,ISBN 3-13-512805-9, auch als Google-Book<ref>Hellmut Mehnert: ''Diabetologie in Klinik und Praxis.'' Georg Thieme Verlag, 2003, ISBN 978-3-13-512805-4. {{Google Buch|BuchID=qXlpiOKVq4cC}}</ref> * Renate Jäckle, Axel Hirsch, Manfred Dreyer: ''Gut leben mit Typ-1-Diabetes.'' Urban und Fischer-Verlag, 7. Uflaag 2010, ISBN 978-3-437-45756-2. == Weblingg == {{Commonscat}} * [http://www.dzd-ev.de/ Homepage des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung e.&nbsp;V.] * [https://web.archive.org/web/20150508200057/http://drs.dife.de/test/de Deutscher Diabetes-Risiko-Test] des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke == Fuessnoote == <references /> {{Gesundheitshinweis}} {{Normdaten}} [[Kategorie:Chrankheit]] e7u2kzyzykck32lblxwx2mrj5z25828 1088318 1088317 2026-09-05T09:08:07Z Ikar.us 11748 Di letscht Teggständerig vu [[Spezial:Byytreeg/~2026-47940-00|~2026-47940-00]] isch furtghejt wore un d Version [[Spezial:PermaLink/947692|947692]] vum Holder widerhärgstellt 1088318 wikitext text/x-wiki Dr '''Diabetes mellitus''' (DM) („honigsüesse Durchfluss“, [[Griechische Sprache|griechisch]] ''διαβήτης'', vo [[Altgriechische Sprache|altgriechisch]] ''διαβαίνειν'' ''diabainein'', „duuregoo“, „duurefliesse“ und [[latein|latiinisch]] ''mellitus'' „honigsüess“), umgangssproochlig churz: ''Diabetes'' oder '''Zuckerchranket''' isch d Bezäichnig für e Grubbe vo [[Stoffwechselkrankheit|Stoffwäggselchrankheite]]. S Wort beschribt deren iir [[Symptom|Hauptsümptom]], ass Zucker im [[Urin]] usgdchäidet wird. Dr Thomas Willis het d Chranket 1675 diagnostiziert anhand von ere Gschmacksbroob vom Urin, wil dä bi Persone mit Diabetes e hooche [[Blutzuckerspiegel|Bluetzuckerspiegel]] und e süesslige Gschmack het. [[Datei:Fundus photo showing focal laser surgery for diabetic retinopathy EDA10.JPG|mini|Di ''Diabetischi Retinopathii'', en Erchrankig vo de Netzhut im Aug, wo vilmol e Folg vo dr Zuckerchranket isch.]] ''Diabetes mellitus'' isch dr Sammelbegriff für verschiideni ([[Heterogenie|heterogeni]]) [[Stoffwechselstörung|Stoffwäggselstöörige]], wo as Hauptsümptom en Überzuckerig vom Bluet ([[Hyperglykämie|Hüperglükämii]]) ufwiise. Mechanisme, wo zur Hüperglükämii füere, setze vor allem am [[Insulin]] aa, wo s [[Hormon|Hauptregeligshormon]] vom [[Glukosestoffwechsel|Zuckerstoffwäggsel]] im menschlige Körper isch: absolute [[Insulin]]mangel, relative Insulinmangel dur en abgschwechti Wirksamkäit vom Insulin ([[Insulinresistenz|Insulinresistänz]]) oder bäides zämme. Es git no e diagnostischi Klass vom DM, wo primär dur [[Diät|Feelernäärig]] bestimmt isch. == Litratuur == * Gesellschaft für Rehabilitation bei Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten e.&nbsp;V. (Hrsg.): ''Diabetes-Lesebuch. Wissenswertes für den Alltag mit Diabetes.'' Pabst Science Publishers Lengerich 2011, ISBN 978-3-89967-695-2. * Burkhard Göke/Klaus G. Parhofer/Carsten Otto: ''Das Praxisbuch Diabetes mellitus''. Urban & Fischer, München u.&nbsp;a. 2002, ISBN 978-3-437-22930-5. * Helmut Schatz (Hrsg.): ''Diabetologie kompakt. Grundlagen und Praxis''. 4. erweiterte und aktualisierte Uflaag. Thieme, Stuttgart u.&nbsp;a. 2006, ISBN 978-3-13-137724-1. * Viviane Scherenberg: ''Patientenorientierung. Compliance und Disease Management Programme. Praxisbeispiel Diabetes mellitus Typ 2''. Verlag für Wissenschaft und Kultur, Stuttgart u.&nbsp;a. 2003, ISBN 3-936749-43-4. * Matthias B. Schulze, Kurt Hoffmann u.&nbsp;a.: ''An Accurate Risk Score Based on Anthropometric, Dietary, and Lifestyle Factors to Predict the Development of Type 2 Diabetes''. In: ''Diabetes Care'' 30:510–515, 2007, {{DOI|10.2337/dc06-2089}}, (''Zum [https://web.archive.org/web/20150508195957/http://drs.dife.de/calculating/de Deutschen Diabetes-Risiko-Score]''). * Andreas Thomas: ''Das Diabetes-Forschungs-Buch. Neue Medikamente, Geräte, Visionen''. 2. Uflaag. Kirchheim + Co, Mainz 2006, ISBN 978-3-87409-411-5. * Hellmut Mehnert, Eberhard Standl, Klaus-Henning Usadel, Hans-Ulrich Häring (Hrsg.): ''Diabetologie in Klinik und Praxis''. Georg Thieme Verlag 2003,ISBN 3-13-512805-9, auch als Google-Book<ref>Hellmut Mehnert: ''Diabetologie in Klinik und Praxis.'' Georg Thieme Verlag, 2003, ISBN 978-3-13-512805-4. {{Google Buch|BuchID=qXlpiOKVq4cC}}</ref> * Renate Jäckle, Axel Hirsch, Manfred Dreyer: ''Gut leben mit Typ-1-Diabetes.'' Urban und Fischer-Verlag, 7. Uflaag 2010, ISBN 978-3-437-45756-2. == Weblingg == {{Commonscat}} * [http://www.dzd-ev.de/ Homepage des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung e.&nbsp;V.] * [https://web.archive.org/web/20150508200057/http://drs.dife.de/test/de Deutscher Diabetes-Risiko-Test] des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke == Fuessnoote == <references /> {{Gesundheitshinweis}} {{Normdaten}} [[Kategorie:Chrankheit]] crgx7kcw3xo8xovnkryk85y9s0477no Volkskunde 0 58864 1088314 1087984 2026-09-04T20:55:57Z Freigut 8945 + HT 1088314 wikitext text/x-wiki {{DISPLAYTITLE:Volchskund}} {{Dialekt|Zürichdeutsch|Züritüütsch|Züritüütsch}} D '''Volchskund''' isch di akadeemisch Disziplyn vo de Gäischteswüsseschafte, wo di [[Mensch|mäntschlich]] Altaags[[Kultur|kultuur]] erforscht, dokumäntiert und vermittlet. Di verschidene Uniwersitëëten und Fachgsellschafte gchäned daadefür verschideni Näme; näbed em eltere ''Volchskund'' säit mer hüt alewyl mee ''Europëëischi Etnology'' («europëëisch» drum, zum d Volchskund vo der ussereuropëëische ''Völkerkund'' z underschäide), ''Populëëri Kultuure,'' '''Empyrischi Kultuurwüsseschaft''', ''Verglychendi Kultuurwüsseschaft'' oder ''Kultuurantropology''. == Was mer eso gforschet hät und hüt forschet == Tradizionelli Forschigsgibiet sind Aarbetsgrëët, [[Brauchtum|Brüüch]], [[Volkslied|Volchslieder]], [[Hausforschung|Huusforschig]] und so wyter. Me hät sich aso uf di tradizionell püürlich Wält konzäntriert. I de 1960-er Jaar sind sozioloogischi Fraagen uufchoo, und me hät aagfange, di urbaan Wält erforsche: s Läben im Quartier, s Verhalte vom mändlichen und wybliche Gschlächt, d Meedien- und Komunikazioonswält, was mer isst, was me für Musig loset, wie men es Museeum yricht – und sottigs mee. Für d [[Schweiz|Schwyz]] gits drüü volchskundlichi Grundlaagewëërch: * Für di tradizionell, ''sach''orientiert Volchskund isch das der «[[Atlas der schweizerischen Volkskunde]]», wo i de [[Zwischenkriegszeit|Zwüschechriegszyt]] plaanet woorden und dän ab 1950 bis 1988 (Regischter 1995) usechoo isch. * Im Übergang vo de tradizionele Volchskund zun ere strukturalistische, wo mee d ''Funkzioon'' vom Bruuchtum im Fokus hät, isch em [[Richard Weiss]] syni grooss aagläit «Volkunde der Schweiz», wo 1946 usechoo und 1984 zum dritte Maal uufgläit woorden isch. * Für di jünger, ''soziokulturell'' uusgrichtet Volchskund gits s drüübändig «Handbuch der schweizerischen Volkskultur», useggëë vom [[Paul Hugger]] im Jaar 1992. Zytschrifte, wo sich ganz oder täilwys de Volchskund widmet, gits im alemanische Ruum verschideni. I de Schwyz sind das bsunders d Publikazioone «Schweizerisches Archiv für Volkskunde» (sit 1897) und «Schweizerische Volkskunde» (vo 1911 bis 2019). == Volchskund und Spraach == Di elter Volchskund isch in eren änge Verbindig mit de Spraach gstande. Für s «[[Schweizerisches Idiotikon|Schwyzerisch Idiotikon]]» zum Exämpel, s grooss Wöörterbuech vom [[Schweizerdeutsch|Schwyzertüütsch]], isch es bi synere Gründig im 19.&nbsp;Jarhundert sälbschtverständlich gsy, das me näbed de Spraach au de Brüüch en bräite Platz im Wöörterbuech git.<ref>Lueg daadezue au Richard Weiss: ''Das Schweizerdeutsche Wörterbuch und die Volkskunde.'' I: ''Schweizerdeutsches Wörterbuch. Schweizerisches Idiotikon. Bericht über das Jahr 1953.'' [Züri 1954], S.&nbsp;10–23 ([https://www.idiotikon.ch/Texte/Jahresberichte/Id_Jahresbericht_1953.pdf Digitalisaat]).</ref> Für di andere drüü nazioonale Wöörterbüecher vo de Schwyz, s «[[Glossaire des patois de la Suisse romande]]», s «[[Dicziunari Rumantsch Grischun]]» und s «[[Vocabolario dei dialetti della Svizzera italiana]]», gilt s Glych; bsunders s «Dicziunari» und s «Vocabolario» händ hüt na d Volchskund ganz fescht im Fokus, bim «Idiotikon» isch si echli hinder d Spraach zruggträtte. Vil Gleerti sind doozmaal glychzytig Spraachwüsseschafter und Volchskundler gsy oder händ sich zmindscht für bäides intrissiert. Byspiil sind öppe de [[Franz Joseph Stalder]], di beede [[Brüder Grimm|Grimm-Brüedere]], de [[Julius Maximilian Schottky]], de [[Friedrich Staub]], de [[Ludwig Tobler]], de [[Jakob Hunziker]], der [[Aristide Baragiola]], der [[Eduard Hoffmann-Krayer]], der [[Otto von Greyerz]], d [[Clara Stockmeyer]], de [[Hans Trümpy]], d [[Florence Guggenheim-Grünberg]], de [[Marco Bauen]] oder de [[Max Waibel]]. Und byspilswys hät de [[Fritz Gysling]] e langs [[Rimadeutsch|arimmerdytsches]] Gedicht vom [[Pietro Axerio]] drum im «Archyv für schwyzerischi Volchskund» praacht, wils drin um Hoochsigsbrüüch gaat. En bsundrige Fall isch der [[Emil Balmer]], wo kän Gleerte gsy isch, aber syni Uufzäichnigen über d Lieder und Brüüch vo de Walser im Piemont us de Zwüschechriegszyt sind vo groossem Wärt. I de Mitti vom 20.&nbsp;Jarhundert häts en äigeti Forschigsrichtig mit em Name «[[Wörter und Sachen]]» ggëë, wo Spraach und Volchskund miteinand verbunde hät. Tipische Resultat sind d Büecher übers Spinen und Wäben im Walis vo de Annemarie Bodmer vo 1940 und über d Puurenaarbet im Rhywald vom Christian Lorez vo 1943. Aber au di hindere Bänd vom «[[Sprachatlas der deutschen Schweiz|Sprachatlas vo de tüütsche Schwyz]]» huldiget dëm Theema. Bsunders tüütli gseet me d Verbindig vo Volchskund und Spraach im «Atlas vo de schwyzerische Volchskund». Tialäktoloogischi Biraater sind deet der [[Ernest Schüle]] vom «Glossaire des patois de la Suisse romande», de [[Rudolf Trüb]] vom «Sprachatlas vo de tüütsche Schwyz» und em «Schwyzerischen Idiotikon», der [[Andrea Schorta]] vom «Dicziunari Rumantsch Grischun» und der [[Elio Ghirlanda]] vom «Vocabolario dei dialetti della Svizzera italiana» gsy. Überhaupt händ di früene Redakzioone vom «Volchskundatlas» uf der äinte Syte und vom «Spraachatlas vo de tüütsche Schwyz» (under em [[Rudolf Hotzenköcherle]]) uf der andere Syte äng zämegschaffet. De «[[Sprach- und Sachatlas Italiens und der Südschweiz|Spraach- und Sachatlas vo Itaalien und de Süüdschwyz]]» träit d Verbindig vo dëne beede Forschigsrichtige sogaar im Titel. I de Naachchriegszyt händ sich die Fächer vollständig usenandentwicklet und tränt. Vilicht letschti Uusnaame sind na de Baselbieter [[Eduard Strübin]] gsy, wo gäge s Änd vo sym Läbe syni Wöörtersamlig de Redakzioon vom «Schwyzerischen Idiotikon» überlaa hät, und d [[Emily Gerstner-Hirzel]], wo sich i ire Publikazioonen über [[Bosco/Gurin]] alewyl au starch für de Tialäkt intressiert und d Grundlaag für es Guriner Wöörterbuech gläit hät (eerschte Täil postum 2014 usechoo). == D Gschicht vom Fach == D Volchskund isch im 18. Jarhundert uufchoo. Zeerscht hät me sich de [[Mythologie|Mitology]], de [[Sage|Saage]], de [[Märchen|Mëërli]] und de [[Volkslied|Volchslieder]] gwidmet. Früeni Pionier sind öppe de [[Johann Gottfried Herder]], d [[Brüder Grimm|Grimm-Brüedere]], der [[Achim von Arnim]] und de [[Clemens Brentano]] gsy. I de Schwyz cha me scho im Luzëërner [[Renwart Cysat]] (1545–1614) en Voorlöiffer gsee, er hät byspilswys Züügnis über s [[Wildes Heer|Wüetisheer]] gsamlet. Au de Pündner [[Nicolin Sererhard]] (1689–1756?) hät i synere «Einfalte Delineation aller Gemeinden gemeiner dreyen Bünden» (usechoo 1742) ganz vil über Saage, Bruuchtum und Ässe gschribe. Vom Luzëërner [[Franz Joseph Stalder]] (1757–1833) hämer dänn die eerscht volchskundlich Lokaalmonografy, nämli über s [[Wahlkreis Entlebuch|Äntlibuech]] (truckt 1797/98). Ab de Mitti vom 19. Jarhundert hät men aagfange, Samlige vo alte Sachen yzrichte. S isch tüütli, dass d Volchskund starch woorden isch im Zytalter vo de [[Industrielle Revolution|Induschtrialisierig]]. Der eerscht, wo d Volchskund as wüsseschaftlichs Fach aaglueget hät, isch im Jaar 1858 de [[Wilhelm Heinrich Riehl]] gsy. De [[Rudolf Virchow]] hät 1889 as eerschten es volchskundlichs Museeum gründt, de [[Karl Weinhold]] (dëë, wo au en alemanischi Gramatik gschribe hät) 1890 as eerschten en volchskundliche Veräin, wo ab 1891 di eerscht volchskundlichi Zytschrift useggëë hät. Der eerscht Leerstuel häts 1919 a der Uni [[Hamburg]] ggëë. I der eerschte Helfti vom 20.&nbsp;Jarhundert hät de Basler [[Eduard Hoffmann-Krayer]] de Volchskund wyteri und wichtig Impuls ggëë. I de [[Zeit des Nationalsozialismus|Naazi-Zyt]] aber isch d Volchskund rassistisch umpoolet woorde. Z [[Deutschland|Tüütschland]] isch das Fach wäge dëm i de [[Nachkriegszeit|Naachchriegszyt]] in e Kryse graate. I de [[Schweiz|Schwyz]] aber isch das nöd de Fall gsy, da hät de [[Richard Weiss]] mit synere «Volkskunde der Schweiz» vo 1946 dëm Fach e nöii, psicholoogisch-funkzionaali Richtig ggëë. Nach 1968 isch dän aber d Kryse gänerell choo: Was sel esones altmöödigs Fach i de modërne Wält? Me hät iez wele mee i de Gägewaart sy und sich de [[soziokultur]]elle Fraage widme. S Fach hät drum e ganzi Räie nöii Nämen überchoo, e paar sind oben uufzelt. Hüt isch mer eso wyt, das täil Lüüt säged, di «modërn Volchskund» sei ja nu en idealisierte Darstelig vo der Arbäiterschicht, ganz esoo, wie me der «alte Volchskund» verwërffi, di püürlich Kultuur idealisiert z haa. == Literatuur == * ''Atlas der schweizerischen Volkskunde.'' Ggründet vom Paul Geiger und em Richard Weiss, wytergfüert vom Walter Escher, der Elsbeth Liebl und em Arnold Niederer. 2 Chaartebänd à jee zwee Halbbänd, dezue anen en Yfüerigsband und sibe Komäntaarbänd. Basel 1950/88; Regischterband. Basel 1995. * Hermann Bausinger, Utz Jeggle, Gottfried Korff, Martin Scharfe: ''Grundzüge der Volkskunde.'' 4.,&nbsp;duregluegeti und erwytereti Uuflaag. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1999, ISBN 3-534-14230-6. * Rolf Wilhelm Brednich (Ug.): ''Grundriß der Volkskunde. Einführung in die Forschungsfelder der Europäischen Ethnologie.'' 3.&nbsp;Uuflaag. Reimer, Berlin 2001, ISBN 3-496-02705-3. * Silke Göttsch, Albrecht Lehmann (Ug.): ''Methoden der Volkskunde. Positionen, Quellen, Arbeitsweisen der Europäischen Ethnologie.'' Reimer, Berlin 2001, ISBN 3-496-02704-5. * {{HLS|24477|Autor=Ueli Gyr}} * Paul Hugger: ''Handbuch der schweizerischen Volkskultur. Leben zwischen Tradition und Moderne, ein Panorama des schweizerischen Alltags.'' 3 Bänd. Offizin, Züri 1992, ISBN 978-3-907495-36-0. * Wolfgang Kaschuba: ''Einführung in die Europäische Ethnologie.'' 2.&nbsp;Uuflaag. Beck, München 2003, ISBN 3-406-50462-0. * Ingeborg Weber-Kellermann, Andreas C. Bimmer, Siegfried Becker: ''Einführung in die Volkskunde&nbsp;/ Europäische Ethnologie. Eine Wissenschaftsgeschichte'' (=&nbsp;''Sammlung Metzler.'' Band&nbsp;79). 3.&nbsp;Uuflaag. Metzler, Stuegert/Weimar 2003, ISBN 3-476-13079-7. * Richard Weiss: ''Volkskunde der Schweiz. Grundriss.'' Rentsch, Eerlibach-Züri 1946; 3., umverändereti Uuflaag Rentsch, Züri und Schwööbisch Hall 1984, ISBN 3-7249-0567-X. * Günter Wiegelmann, Matthias Zender, Gerhard Heilfurth (Ug.): ''Volkskunde. Eine Einführung'' (=&nbsp;''Grundlagen der Germanistik.'' Band&nbsp;12). Berlin 1977, ISBN 978-3503005789. Zum Theema Volchskund und Spraach lueg auch:<br /> * [[Stefan Sonderegger]]: ''Volkskundliche Aspekte einer Flurnamensammlung.'' I: ''Schweizerdeutsches Wörterbuch. Schweizerisches Idiotikon. Bericht über das Jahr 1956.'' [Züri 1957], S.&nbsp;11–27 ([https://www.idiotikon.ch/Texte/Jahresberichte/Id_Jahresbericht_1958.pdf Digitalisaat]). == Link == * [https://dgekw.de/ Deutsche Gesellschaft für Empirische Kulturwissenschaft] * [https://www.oegekw.at/ Österreichische Gesellschaft für Empirische Kulturwissenschaft und Volkskunde] * [https://www.ekws.ch/de Empirische Kulturwissenschaft Schweiz] == Fuessnoote == <references /> [[Kategorie:Volchskund| ]] f0xxnqtnuiveqcrjn96n5s4jsh5pouh 1088315 1088314 2026-09-04T20:56:56Z Freigut 8945 /* Volchskund und Spraach */ 1088315 wikitext text/x-wiki {{DISPLAYTITLE:Volchskund}} {{Dialekt|Zürichdeutsch|Züritüütsch|Züritüütsch}} D '''Volchskund''' isch di akadeemisch Disziplyn vo de Gäischteswüsseschafte, wo di [[Mensch|mäntschlich]] Altaags[[Kultur|kultuur]] erforscht, dokumäntiert und vermittlet. Di verschidene Uniwersitëëten und Fachgsellschafte gchäned daadefür verschideni Näme; näbed em eltere ''Volchskund'' säit mer hüt alewyl mee ''Europëëischi Etnology'' («europëëisch» drum, zum d Volchskund vo der ussereuropëëische ''Völkerkund'' z underschäide), ''Populëëri Kultuure,'' '''Empyrischi Kultuurwüsseschaft''', ''Verglychendi Kultuurwüsseschaft'' oder ''Kultuurantropology''. == Was mer eso gforschet hät und hüt forschet == Tradizionelli Forschigsgibiet sind Aarbetsgrëët, [[Brauchtum|Brüüch]], [[Volkslied|Volchslieder]], [[Hausforschung|Huusforschig]] und so wyter. Me hät sich aso uf di tradizionell püürlich Wält konzäntriert. I de 1960-er Jaar sind sozioloogischi Fraagen uufchoo, und me hät aagfange, di urbaan Wält erforsche: s Läben im Quartier, s Verhalte vom mändlichen und wybliche Gschlächt, d Meedien- und Komunikazioonswält, was mer isst, was me für Musig loset, wie men es Museeum yricht – und sottigs mee. Für d [[Schweiz|Schwyz]] gits drüü volchskundlichi Grundlaagewëërch: * Für di tradizionell, ''sach''orientiert Volchskund isch das der «[[Atlas der schweizerischen Volkskunde]]», wo i de [[Zwischenkriegszeit|Zwüschechriegszyt]] plaanet woorden und dän ab 1950 bis 1988 (Regischter 1995) usechoo isch. * Im Übergang vo de tradizionele Volchskund zun ere strukturalistische, wo mee d ''Funkzioon'' vom Bruuchtum im Fokus hät, isch em [[Richard Weiss]] syni grooss aagläit «Volkunde der Schweiz», wo 1946 usechoo und 1984 zum dritte Maal uufgläit woorden isch. * Für di jünger, ''soziokulturell'' uusgrichtet Volchskund gits s drüübändig «Handbuch der schweizerischen Volkskultur», useggëë vom [[Paul Hugger]] im Jaar 1992. Zytschrifte, wo sich ganz oder täilwys de Volchskund widmet, gits im alemanische Ruum verschideni. I de Schwyz sind das bsunders d Publikazioone «Schweizerisches Archiv für Volkskunde» (sit 1897) und «Schweizerische Volkskunde» (vo 1911 bis 2019). == Volchskund und Spraach == Di elter Volchskund isch in eren änge Verbindig mit de Spraach gstande. Für s «[[Schweizerisches Idiotikon|Schwyzerisch Idiotikon]]» zum Exämpel, s grooss Wöörterbuech vom [[Schweizerdeutsch|Schwyzertüütsch]], isch es bi synere Gründig im 19.&nbsp;Jarhundert sälbschtverständlich gsy, das me näbed de Spraach au de Brüüch en bräite Platz im Wöörterbuech git.<ref>Lueg daadezue au Richard Weiss: ''Das Schweizerdeutsche Wörterbuch und die Volkskunde.'' I: ''Schweizerdeutsches Wörterbuch. Schweizerisches Idiotikon. Bericht über das Jahr 1953.'' [Züri 1954], S.&nbsp;10–23 ([https://www.idiotikon.ch/Texte/Jahresberichte/Id_Jahresbericht_1953.pdf Digitalisaat]).</ref> Für di andere drüü nazioonale Wöörterbüecher vo de Schwyz, s «[[Glossaire des patois de la Suisse romande]]», s «[[Dicziunari Rumantsch Grischun]]» und s «[[Vocabolario dei dialetti della Svizzera italiana]]», gilt s Glych; bsunders s «Dicziunari» und s «Vocabolario» händ hüt na d Volchskund ganz fescht im Fokus, bim «Idiotikon» isch si echli hinder d Spraach zruggträtte. Vil Gleerti sind doozmaal glychzytig Spraachwüsseschafter und Volchskundler gsy oder händ sich ämel für bäides intrissiert. Byspiil sind öppe de [[Franz Joseph Stalder]], di beede [[Brüder Grimm|Grimm-Brüedere]], de [[Julius Maximilian Schottky]], de [[Friedrich Staub]], de [[Ludwig Tobler]], de [[Jakob Hunziker]], der [[Aristide Baragiola]], der [[Eduard Hoffmann-Krayer]], der [[Otto von Greyerz]], d [[Clara Stockmeyer]], de [[Hans Trümpy]], d [[Florence Guggenheim-Grünberg]], de [[Marco Bauen]] oder de [[Max Waibel]]. Und byspilswys hät de [[Fritz Gysling]] e langs [[Rimadeutsch|arimmerdytsches]] Gedicht vom [[Pietro Axerio]] drum im «Archyv für schwyzerischi Volchskund» praacht, wils drin um Hoochsigsbrüüch gaat. En bsundrige Fall isch der [[Emil Balmer]], wo kän Gleerte gsy isch, aber syni Uufzäichnigen über d Lieder und Brüüch vo de Walser im Piemont us de Zwüschechriegszyt sind vo groossem Wärt. I de Mitti vom 20.&nbsp;Jarhundert häts en äigeti Forschigsrichtig mit em Name «[[Wörter und Sachen]]» ggëë, wo Spraach und Volchskund miteinand verbunde hät. Tipische Resultat sind d Büecher übers Spinen und Wäben im Walis vo de Annemarie Bodmer vo 1940 und über d Puurenaarbet im Rhywald vom Christian Lorez vo 1943. Aber au di hindere Bänd vom «[[Sprachatlas der deutschen Schweiz|Sprachatlas vo de tüütsche Schwyz]]» huldiget dëm Theema. Bsunders tüütli gseet me d Verbindig vo Volchskund und Spraach im «Atlas vo de schwyzerische Volchskund». Tialäktoloogischi Biraater sind deet der [[Ernest Schüle]] vom «Glossaire des patois de la Suisse romande», de [[Rudolf Trüb]] vom «Sprachatlas vo de tüütsche Schwyz» und em «Schwyzerischen Idiotikon», der [[Andrea Schorta]] vom «Dicziunari Rumantsch Grischun» und der [[Elio Ghirlanda]] vom «Vocabolario dei dialetti della Svizzera italiana» gsy. Überhaupt händ di früene Redakzioone vom «Volchskundatlas» uf der äinte Syte und vom «Spraachatlas vo de tüütsche Schwyz» (under em [[Rudolf Hotzenköcherle]]) uf der andere Syte äng zämegschaffet. De «[[Sprach- und Sachatlas Italiens und der Südschweiz|Spraach- und Sachatlas vo Itaalien und de Süüdschwyz]]» träit d Verbindig vo dëne beede Forschigsrichtige sogaar im Titel. I de Naachchriegszyt händ sich die Fächer vollständig usenandentwicklet und tränt. Vilicht letschti Uusnaame sind na de Baselbieter [[Eduard Strübin]] gsy, wo gäge s Änd vo sym Läbe syni Wöörtersamlig de Redakzioon vom «Schwyzerischen Idiotikon» überlaa hät, und d [[Emily Gerstner-Hirzel]], wo sich i ire Publikazioonen über [[Bosco/Gurin]] alewyl au starch für de Tialäkt intressiert und d Grundlaag für es Guriner Wöörterbuech gläit hät (eerschte Täil postum 2014 usechoo). == D Gschicht vom Fach == D Volchskund isch im 18. Jarhundert uufchoo. Zeerscht hät me sich de [[Mythologie|Mitology]], de [[Sage|Saage]], de [[Märchen|Mëërli]] und de [[Volkslied|Volchslieder]] gwidmet. Früeni Pionier sind öppe de [[Johann Gottfried Herder]], d [[Brüder Grimm|Grimm-Brüedere]], der [[Achim von Arnim]] und de [[Clemens Brentano]] gsy. I de Schwyz cha me scho im Luzëërner [[Renwart Cysat]] (1545–1614) en Voorlöiffer gsee, er hät byspilswys Züügnis über s [[Wildes Heer|Wüetisheer]] gsamlet. Au de Pündner [[Nicolin Sererhard]] (1689–1756?) hät i synere «Einfalte Delineation aller Gemeinden gemeiner dreyen Bünden» (usechoo 1742) ganz vil über Saage, Bruuchtum und Ässe gschribe. Vom Luzëërner [[Franz Joseph Stalder]] (1757–1833) hämer dänn die eerscht volchskundlich Lokaalmonografy, nämli über s [[Wahlkreis Entlebuch|Äntlibuech]] (truckt 1797/98). Ab de Mitti vom 19. Jarhundert hät men aagfange, Samlige vo alte Sachen yzrichte. S isch tüütli, dass d Volchskund starch woorden isch im Zytalter vo de [[Industrielle Revolution|Induschtrialisierig]]. Der eerscht, wo d Volchskund as wüsseschaftlichs Fach aaglueget hät, isch im Jaar 1858 de [[Wilhelm Heinrich Riehl]] gsy. De [[Rudolf Virchow]] hät 1889 as eerschten es volchskundlichs Museeum gründt, de [[Karl Weinhold]] (dëë, wo au en alemanischi Gramatik gschribe hät) 1890 as eerschten en volchskundliche Veräin, wo ab 1891 di eerscht volchskundlichi Zytschrift useggëë hät. Der eerscht Leerstuel häts 1919 a der Uni [[Hamburg]] ggëë. I der eerschte Helfti vom 20.&nbsp;Jarhundert hät de Basler [[Eduard Hoffmann-Krayer]] de Volchskund wyteri und wichtig Impuls ggëë. I de [[Zeit des Nationalsozialismus|Naazi-Zyt]] aber isch d Volchskund rassistisch umpoolet woorde. Z [[Deutschland|Tüütschland]] isch das Fach wäge dëm i de [[Nachkriegszeit|Naachchriegszyt]] in e Kryse graate. I de [[Schweiz|Schwyz]] aber isch das nöd de Fall gsy, da hät de [[Richard Weiss]] mit synere «Volkskunde der Schweiz» vo 1946 dëm Fach e nöii, psicholoogisch-funkzionaali Richtig ggëë. Nach 1968 isch dän aber d Kryse gänerell choo: Was sel esones altmöödigs Fach i de modërne Wält? Me hät iez wele mee i de Gägewaart sy und sich de [[soziokultur]]elle Fraage widme. S Fach hät drum e ganzi Räie nöii Nämen überchoo, e paar sind oben uufzelt. Hüt isch mer eso wyt, das täil Lüüt säged, di «modërn Volchskund» sei ja nu en idealisierte Darstelig vo der Arbäiterschicht, ganz esoo, wie me der «alte Volchskund» verwërffi, di püürlich Kultuur idealisiert z haa. == Literatuur == * ''Atlas der schweizerischen Volkskunde.'' Ggründet vom Paul Geiger und em Richard Weiss, wytergfüert vom Walter Escher, der Elsbeth Liebl und em Arnold Niederer. 2 Chaartebänd à jee zwee Halbbänd, dezue anen en Yfüerigsband und sibe Komäntaarbänd. Basel 1950/88; Regischterband. Basel 1995. * Hermann Bausinger, Utz Jeggle, Gottfried Korff, Martin Scharfe: ''Grundzüge der Volkskunde.'' 4.,&nbsp;duregluegeti und erwytereti Uuflaag. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1999, ISBN 3-534-14230-6. * Rolf Wilhelm Brednich (Ug.): ''Grundriß der Volkskunde. Einführung in die Forschungsfelder der Europäischen Ethnologie.'' 3.&nbsp;Uuflaag. Reimer, Berlin 2001, ISBN 3-496-02705-3. * Silke Göttsch, Albrecht Lehmann (Ug.): ''Methoden der Volkskunde. Positionen, Quellen, Arbeitsweisen der Europäischen Ethnologie.'' Reimer, Berlin 2001, ISBN 3-496-02704-5. * {{HLS|24477|Autor=Ueli Gyr}} * Paul Hugger: ''Handbuch der schweizerischen Volkskultur. Leben zwischen Tradition und Moderne, ein Panorama des schweizerischen Alltags.'' 3 Bänd. Offizin, Züri 1992, ISBN 978-3-907495-36-0. * Wolfgang Kaschuba: ''Einführung in die Europäische Ethnologie.'' 2.&nbsp;Uuflaag. Beck, München 2003, ISBN 3-406-50462-0. * Ingeborg Weber-Kellermann, Andreas C. Bimmer, Siegfried Becker: ''Einführung in die Volkskunde&nbsp;/ Europäische Ethnologie. Eine Wissenschaftsgeschichte'' (=&nbsp;''Sammlung Metzler.'' Band&nbsp;79). 3.&nbsp;Uuflaag. Metzler, Stuegert/Weimar 2003, ISBN 3-476-13079-7. * Richard Weiss: ''Volkskunde der Schweiz. Grundriss.'' Rentsch, Eerlibach-Züri 1946; 3., umverändereti Uuflaag Rentsch, Züri und Schwööbisch Hall 1984, ISBN 3-7249-0567-X. * Günter Wiegelmann, Matthias Zender, Gerhard Heilfurth (Ug.): ''Volkskunde. Eine Einführung'' (=&nbsp;''Grundlagen der Germanistik.'' Band&nbsp;12). Berlin 1977, ISBN 978-3503005789. Zum Theema Volchskund und Spraach lueg auch:<br /> * [[Stefan Sonderegger]]: ''Volkskundliche Aspekte einer Flurnamensammlung.'' I: ''Schweizerdeutsches Wörterbuch. Schweizerisches Idiotikon. Bericht über das Jahr 1956.'' [Züri 1957], S.&nbsp;11–27 ([https://www.idiotikon.ch/Texte/Jahresberichte/Id_Jahresbericht_1958.pdf Digitalisaat]). == Link == * [https://dgekw.de/ Deutsche Gesellschaft für Empirische Kulturwissenschaft] * [https://www.oegekw.at/ Österreichische Gesellschaft für Empirische Kulturwissenschaft und Volkskunde] * [https://www.ekws.ch/de Empirische Kulturwissenschaft Schweiz] == Fuessnoote == <references /> [[Kategorie:Volchskund| ]] 02fewexa1wjon8znndjg6a7q8v800ie 1088316 1088315 2026-09-04T20:57:26Z Freigut 8945 /* Volchskund und Spraach */ 1088316 wikitext text/x-wiki {{DISPLAYTITLE:Volchskund}} {{Dialekt|Zürichdeutsch|Züritüütsch|Züritüütsch}} D '''Volchskund''' isch di akadeemisch Disziplyn vo de Gäischteswüsseschafte, wo di [[Mensch|mäntschlich]] Altaags[[Kultur|kultuur]] erforscht, dokumäntiert und vermittlet. Di verschidene Uniwersitëëten und Fachgsellschafte gchäned daadefür verschideni Näme; näbed em eltere ''Volchskund'' säit mer hüt alewyl mee ''Europëëischi Etnology'' («europëëisch» drum, zum d Volchskund vo der ussereuropëëische ''Völkerkund'' z underschäide), ''Populëëri Kultuure,'' '''Empyrischi Kultuurwüsseschaft''', ''Verglychendi Kultuurwüsseschaft'' oder ''Kultuurantropology''. == Was mer eso gforschet hät und hüt forschet == Tradizionelli Forschigsgibiet sind Aarbetsgrëët, [[Brauchtum|Brüüch]], [[Volkslied|Volchslieder]], [[Hausforschung|Huusforschig]] und so wyter. Me hät sich aso uf di tradizionell püürlich Wält konzäntriert. I de 1960-er Jaar sind sozioloogischi Fraagen uufchoo, und me hät aagfange, di urbaan Wält erforsche: s Läben im Quartier, s Verhalte vom mändlichen und wybliche Gschlächt, d Meedien- und Komunikazioonswält, was mer isst, was me für Musig loset, wie men es Museeum yricht – und sottigs mee. Für d [[Schweiz|Schwyz]] gits drüü volchskundlichi Grundlaagewëërch: * Für di tradizionell, ''sach''orientiert Volchskund isch das der «[[Atlas der schweizerischen Volkskunde]]», wo i de [[Zwischenkriegszeit|Zwüschechriegszyt]] plaanet woorden und dän ab 1950 bis 1988 (Regischter 1995) usechoo isch. * Im Übergang vo de tradizionele Volchskund zun ere strukturalistische, wo mee d ''Funkzioon'' vom Bruuchtum im Fokus hät, isch em [[Richard Weiss]] syni grooss aagläit «Volkunde der Schweiz», wo 1946 usechoo und 1984 zum dritte Maal uufgläit woorden isch. * Für di jünger, ''soziokulturell'' uusgrichtet Volchskund gits s drüübändig «Handbuch der schweizerischen Volkskultur», useggëë vom [[Paul Hugger]] im Jaar 1992. Zytschrifte, wo sich ganz oder täilwys de Volchskund widmet, gits im alemanische Ruum verschideni. I de Schwyz sind das bsunders d Publikazioone «Schweizerisches Archiv für Volkskunde» (sit 1897) und «Schweizerische Volkskunde» (vo 1911 bis 2019). == Volchskund und Spraach == Di elter Volchskund isch in eren änge Verbindig mit de Spraach gstande. Für s «[[Schweizerisches Idiotikon|Schwyzerisch Idiotikon]]» zum Exämpel, s grooss Wöörterbuech vom [[Schweizerdeutsch|Schwyzertüütsch]], isch es bi synere Gründig im 19.&nbsp;Jarhundert sälbschtverständlich gsy, das me näbed de Spraach au de Brüüch en bräite Platz im Wöörterbuech git.<ref>Lueg daadezue au Richard Weiss: ''Das Schweizerdeutsche Wörterbuch und die Volkskunde.'' I: ''Schweizerdeutsches Wörterbuch. Schweizerisches Idiotikon. Bericht über das Jahr 1953.'' [Züri 1954], S.&nbsp;10–23 ([https://www.idiotikon.ch/Texte/Jahresberichte/Id_Jahresbericht_1953.pdf Digitalisaat]).</ref> Für di andere drüü nazioonale Wöörterbüecher vo de Schwyz, s «[[Glossaire des patois de la Suisse romande]]», s «[[Dicziunari Rumantsch Grischun]]» und s «[[Vocabolario dei dialetti della Svizzera italiana]]», gilt s Glych; bsunders s «Dicziunari» und s «Vocabolario» händ hüt na d Volchskund ganz fescht im Fokus, bim «Idiotikon» isch si echli hinder d Spraach zruggträtte. Vil Gleerti sind doozmaal glychzytig Spraachwüsseschafter und Volchskundler gsy oder händ sich ämel für bäides inträssiert. Byspiil sind öppe de [[Franz Joseph Stalder]], di beede [[Brüder Grimm|Grimm-Brüedere]], de [[Julius Maximilian Schottky]], de [[Friedrich Staub]], de [[Ludwig Tobler]], de [[Jakob Hunziker]], der [[Aristide Baragiola]], der [[Eduard Hoffmann-Krayer]], der [[Otto von Greyerz]], d [[Clara Stockmeyer]], de [[Hans Trümpy]], d [[Florence Guggenheim-Grünberg]], de [[Marco Bauen]] oder de [[Max Waibel]]. Und byspilswys hät de [[Fritz Gysling]] e langs [[Rimadeutsch|arimmerdytsches]] Gedicht vom [[Pietro Axerio]] drum im «Archyv für schwyzerischi Volchskund» praacht, wils drin um Hoochsigsbrüüch gaat. En bsundrige Fall isch der [[Emil Balmer]], wo kän Gleerte gsy isch, aber syni Uufzäichnigen über d Lieder und Brüüch vo de Walser im Piemont us de Zwüschechriegszyt sind vo groossem Wärt. I de Mitti vom 20.&nbsp;Jarhundert häts en äigeti Forschigsrichtig mit em Name «[[Wörter und Sachen]]» ggëë, wo Spraach und Volchskund miteinand verbunde hät. Tipische Resultat sind d Büecher übers Spinen und Wäben im Walis vo de Annemarie Bodmer vo 1940 und über d Puurenaarbet im Rhywald vom Christian Lorez vo 1943. Aber au di hindere Bänd vom «[[Sprachatlas der deutschen Schweiz|Sprachatlas vo de tüütsche Schwyz]]» huldiget dëm Theema. Bsunders tüütli gseet me d Verbindig vo Volchskund und Spraach im «Atlas vo de schwyzerische Volchskund». Tialäktoloogischi Biraater sind deet der [[Ernest Schüle]] vom «Glossaire des patois de la Suisse romande», de [[Rudolf Trüb]] vom «Sprachatlas vo de tüütsche Schwyz» und em «Schwyzerischen Idiotikon», der [[Andrea Schorta]] vom «Dicziunari Rumantsch Grischun» und der [[Elio Ghirlanda]] vom «Vocabolario dei dialetti della Svizzera italiana» gsy. Überhaupt händ di früene Redakzioone vom «Volchskundatlas» uf der äinte Syte und vom «Spraachatlas vo de tüütsche Schwyz» (under em [[Rudolf Hotzenköcherle]]) uf der andere Syte äng zämegschaffet. De «[[Sprach- und Sachatlas Italiens und der Südschweiz|Spraach- und Sachatlas vo Itaalien und de Süüdschwyz]]» träit d Verbindig vo dëne beede Forschigsrichtige sogaar im Titel. I de Naachchriegszyt händ sich die Fächer vollständig usenandentwicklet und tränt. Vilicht letschti Uusnaame sind na de Baselbieter [[Eduard Strübin]] gsy, wo gäge s Änd vo sym Läbe syni Wöörtersamlig de Redakzioon vom «Schwyzerischen Idiotikon» überlaa hät, und d [[Emily Gerstner-Hirzel]], wo sich i ire Publikazioonen über [[Bosco/Gurin]] alewyl au starch für de Tialäkt intressiert und d Grundlaag für es Guriner Wöörterbuech gläit hät (eerschte Täil postum 2014 usechoo). == D Gschicht vom Fach == D Volchskund isch im 18. Jarhundert uufchoo. Zeerscht hät me sich de [[Mythologie|Mitology]], de [[Sage|Saage]], de [[Märchen|Mëërli]] und de [[Volkslied|Volchslieder]] gwidmet. Früeni Pionier sind öppe de [[Johann Gottfried Herder]], d [[Brüder Grimm|Grimm-Brüedere]], der [[Achim von Arnim]] und de [[Clemens Brentano]] gsy. I de Schwyz cha me scho im Luzëërner [[Renwart Cysat]] (1545–1614) en Voorlöiffer gsee, er hät byspilswys Züügnis über s [[Wildes Heer|Wüetisheer]] gsamlet. Au de Pündner [[Nicolin Sererhard]] (1689–1756?) hät i synere «Einfalte Delineation aller Gemeinden gemeiner dreyen Bünden» (usechoo 1742) ganz vil über Saage, Bruuchtum und Ässe gschribe. Vom Luzëërner [[Franz Joseph Stalder]] (1757–1833) hämer dänn die eerscht volchskundlich Lokaalmonografy, nämli über s [[Wahlkreis Entlebuch|Äntlibuech]] (truckt 1797/98). Ab de Mitti vom 19. Jarhundert hät men aagfange, Samlige vo alte Sachen yzrichte. S isch tüütli, dass d Volchskund starch woorden isch im Zytalter vo de [[Industrielle Revolution|Induschtrialisierig]]. Der eerscht, wo d Volchskund as wüsseschaftlichs Fach aaglueget hät, isch im Jaar 1858 de [[Wilhelm Heinrich Riehl]] gsy. De [[Rudolf Virchow]] hät 1889 as eerschten es volchskundlichs Museeum gründt, de [[Karl Weinhold]] (dëë, wo au en alemanischi Gramatik gschribe hät) 1890 as eerschten en volchskundliche Veräin, wo ab 1891 di eerscht volchskundlichi Zytschrift useggëë hät. Der eerscht Leerstuel häts 1919 a der Uni [[Hamburg]] ggëë. I der eerschte Helfti vom 20.&nbsp;Jarhundert hät de Basler [[Eduard Hoffmann-Krayer]] de Volchskund wyteri und wichtig Impuls ggëë. I de [[Zeit des Nationalsozialismus|Naazi-Zyt]] aber isch d Volchskund rassistisch umpoolet woorde. Z [[Deutschland|Tüütschland]] isch das Fach wäge dëm i de [[Nachkriegszeit|Naachchriegszyt]] in e Kryse graate. I de [[Schweiz|Schwyz]] aber isch das nöd de Fall gsy, da hät de [[Richard Weiss]] mit synere «Volkskunde der Schweiz» vo 1946 dëm Fach e nöii, psicholoogisch-funkzionaali Richtig ggëë. Nach 1968 isch dän aber d Kryse gänerell choo: Was sel esones altmöödigs Fach i de modërne Wält? Me hät iez wele mee i de Gägewaart sy und sich de [[soziokultur]]elle Fraage widme. S Fach hät drum e ganzi Räie nöii Nämen überchoo, e paar sind oben uufzelt. Hüt isch mer eso wyt, das täil Lüüt säged, di «modërn Volchskund» sei ja nu en idealisierte Darstelig vo der Arbäiterschicht, ganz esoo, wie me der «alte Volchskund» verwërffi, di püürlich Kultuur idealisiert z haa. == Literatuur == * ''Atlas der schweizerischen Volkskunde.'' Ggründet vom Paul Geiger und em Richard Weiss, wytergfüert vom Walter Escher, der Elsbeth Liebl und em Arnold Niederer. 2 Chaartebänd à jee zwee Halbbänd, dezue anen en Yfüerigsband und sibe Komäntaarbänd. Basel 1950/88; Regischterband. Basel 1995. * Hermann Bausinger, Utz Jeggle, Gottfried Korff, Martin Scharfe: ''Grundzüge der Volkskunde.'' 4.,&nbsp;duregluegeti und erwytereti Uuflaag. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1999, ISBN 3-534-14230-6. * Rolf Wilhelm Brednich (Ug.): ''Grundriß der Volkskunde. Einführung in die Forschungsfelder der Europäischen Ethnologie.'' 3.&nbsp;Uuflaag. Reimer, Berlin 2001, ISBN 3-496-02705-3. * Silke Göttsch, Albrecht Lehmann (Ug.): ''Methoden der Volkskunde. Positionen, Quellen, Arbeitsweisen der Europäischen Ethnologie.'' Reimer, Berlin 2001, ISBN 3-496-02704-5. * {{HLS|24477|Autor=Ueli Gyr}} * Paul Hugger: ''Handbuch der schweizerischen Volkskultur. Leben zwischen Tradition und Moderne, ein Panorama des schweizerischen Alltags.'' 3 Bänd. Offizin, Züri 1992, ISBN 978-3-907495-36-0. * Wolfgang Kaschuba: ''Einführung in die Europäische Ethnologie.'' 2.&nbsp;Uuflaag. Beck, München 2003, ISBN 3-406-50462-0. * Ingeborg Weber-Kellermann, Andreas C. Bimmer, Siegfried Becker: ''Einführung in die Volkskunde&nbsp;/ Europäische Ethnologie. Eine Wissenschaftsgeschichte'' (=&nbsp;''Sammlung Metzler.'' Band&nbsp;79). 3.&nbsp;Uuflaag. Metzler, Stuegert/Weimar 2003, ISBN 3-476-13079-7. * Richard Weiss: ''Volkskunde der Schweiz. Grundriss.'' Rentsch, Eerlibach-Züri 1946; 3., umverändereti Uuflaag Rentsch, Züri und Schwööbisch Hall 1984, ISBN 3-7249-0567-X. * Günter Wiegelmann, Matthias Zender, Gerhard Heilfurth (Ug.): ''Volkskunde. Eine Einführung'' (=&nbsp;''Grundlagen der Germanistik.'' Band&nbsp;12). Berlin 1977, ISBN 978-3503005789. Zum Theema Volchskund und Spraach lueg auch:<br /> * [[Stefan Sonderegger]]: ''Volkskundliche Aspekte einer Flurnamensammlung.'' I: ''Schweizerdeutsches Wörterbuch. Schweizerisches Idiotikon. Bericht über das Jahr 1956.'' [Züri 1957], S.&nbsp;11–27 ([https://www.idiotikon.ch/Texte/Jahresberichte/Id_Jahresbericht_1958.pdf Digitalisaat]). == Link == * [https://dgekw.de/ Deutsche Gesellschaft für Empirische Kulturwissenschaft] * [https://www.oegekw.at/ Österreichische Gesellschaft für Empirische Kulturwissenschaft und Volkskunde] * [https://www.ekws.ch/de Empirische Kulturwissenschaft Schweiz] == Fuessnoote == <references /> [[Kategorie:Volchskund| ]] 7qdxuyruk73obe0cni34txy28hy6p68